Wölfin FT8 ("Greta")

Am Donnerstag, den 09.05.2013, wurde die Fähe (weibliches Elterntier) des Nieskyer Rudels gefangen und mit einem Halsbandsender ausgestattet. Die Wölfin hat die wissenschaftliche Bezeichnung FT8 („Greta") erhalten.

"Greta" wurde im Daubitzer Rudel geboren und hatte 2011 mit einem aus Polen stammenden Wolfsrüden das Nieskyer Rudel gegründet. 

Die Wölfin trägt zurzeit den einzig noch funktionierenden Halsbandsender. Sie nutzte bisher schwerpunktmäßig die Flächen nördlich von Niesky, wo sie 2013 mindestens vier Welpen aufgezogen hat. Ihr Territorium erstreckt sich von der Südkante des Truppenübungsplatzes Oberlausitz im Norden bis etwa nach Görlitz im Süden. Auch die Königshainer Berge, südlich der A4, gehören zum Nieskyer Territorium (NY siehe Karte). Da die Autobahn A4 im Bereich der Königshainer Berge über mehrere Kilometer durch einen Tunnel führt, stellt sie in diesem Gebiet für Wildtiere kein Hindernis dar. Die Telemetriedaten haben zudem gezeigt, dass das Nieskyer Rudel die Krebaer Heide nun für sich beansprucht. Dieses Gebiet gehörte jahrelang zum Territorium des Nochtener Rudels. Dagegen scheint der Biehainer Forst östlich von Niesky nicht zum Nieskyer Territorium zu gehören. Die hier im Winter eingesammelten Genetikproben konnten dem Rüden des polnischen Ruszow-Rudels zugeordnet werden, welches somit grenzübergreifend aktiv ist. Insgesamt hat das Territorium des Nieskyer Rudels bisher eine Nord-Süd-Ausdehnung von 29 km und ist 423 km² (MCP100*) bzw. 337 km² (MCP95**) groß.

Aktuell kümmert sich "Greta" intensiv um ihre diesjährigen Welpen. Dies lässt sich anhand ihrer im Mai und Juni 2014 gesendeten Daten schlussfolgern. Die Wölfin bewegt sich demnach überwiegend kleinräumig und nur selten in Gebieten mit guter Netzabdeckung. Auch zeigen Aufnahmen einer automatischen Wildkamera („Fotofalle") die Wölfin mit einem deutlichen Gesäuge.

Abb. 3: Die Streifgebiete (MCP100*), sowie die Häufung der aktuellen Lokationen (Kernels) der besenderten Wölfe. Je dunkler der Kernel-Bereich, desto häufiger dort Lokationen stattgefunden haben (Daten bis Ende Dezember 2013 bzw. Anfang Januar 2014).

Abb. 2: Die Häufung der aktuellen Lokationen (Kernels) der besenderten Wölfe und die ungefähre Lage der jetzigen Territorien. Je dunkler der Kernel-Bereich, desto häufiger dort Lokationen stattgefunden haben (Daten bis Ende September 2013 bzw. 01.11.2013 bei FT7).

 

FT8 lieferte nach ihrer Besenderung zunächst lange keine Senderdaten, vermutlich weil sie sich in dieser Zeit viel in der Höhle aufhielt. Seit Mitte Juni sendet die Wölfin regelmäßig und auch die Lokationen seit ihrem Fang wurden nachgeschickt. Die Lokationen von Mai und Juni lassen vermuten, dass sie in diesen Monaten verschiedene Höhlenstandorte nutzte. Vom 09.05. bis 30.06.2013 nutzte "Greta" ein Gebiet von 149 km2 (MCP100*).

Abb. 1: Streifgebiete von FT8 (gelb), MT5 (grün), FT7 (rot) und FT9 (blau) von Januar bzw. Mai bis Ende Juni 2013.

 

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