Nachfolger in „Rolfs“- Revier

1.02.2011:

Im Revier des Milkeler Rudels ist ein neuer Wolfsrüde nachgewiesen worden. Der bisherige Vaterwolf der Milkeler, der besenderte Wolf „Rolf“, war am 16.01.11 auf der B 169 zwischen Senftenberg und Sedlitz (Landkreis OSL, Süd-Brandenburg) bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Nun wurde ein neuer Rüde vom Wildbiologischen Büro LUPUS durch Fotofallenaufnahmen und Spuren nachgewiesen. Vermutlich hält sich „der Neue“ bereits seit Anfang Januar im Revier der Milkeler Wölfe auf. Aktuell erkundet er das Gebiet zusammen mit einem weiblichen Wolf, beide hinterließen in regelmäßigen Abständen die charakteristischen Urinmarkierungen territorialer (sesshafter) Wölfe.

Es ist nahe liegend, dass der Konkurrent den kleineren, schwächeren „Rolf“ verdrängt hat. Am 11.01.11 wurde „Rolf“ das letzte Mal in seinem Revier per Fotofalle bestätigt, fünf Tage später wurde er ca. 30 km außerhalb des Kerngebietes von einem Auto überfahren.

Wolfsnachwuchs 2010

18.10.2010:

Im September 2010 sind in der Lausitz sechs Wolfsfamilien (Daubitzer-, Nochtener-, Milkeler-, Daubaner-, Seenland- und Welzower-Rudel) und zwei Wolfspaare ohne Welpen (Zschornoer- und Spremberger Wolfspaar) sicher nachgewiesen. Davon leben fünf Rudel im sächsischen Teil der Lausitz. Das Welzower Rudel und das Zschornoer Wolfspaar leben im brandenburgischen Teil der Lausitz, das Spremberger Wolfspaar hat sein Territorium sowohl auf brandenburgischen als auch auf sächsischem Gebiet.

Insgesamt wurden im Sommer 2010 in den Rudeln 26 Welpen gezählt. Im Daubitzer Rudel wurden mindestens 3 Welpen über Spuren bestätigt. In den anderen Rudeln gelang der Welpennachweis mit Fotofallen bzw. Filmaufnahmen. Im Nochtener Rudel wurden 4 Welpen, im Milkeler Rudel 5 Welpen, im Daubaner Rudel mind. 5 Welpen und im Seenland-Rudel 3 Welpen nachgewiesen. Das Welzower Rudel im brandenburgischen Teil der Lausitz zieht 6 Welpen auf.

Gegendarstellung: Tote Kälber in Niedergurig nicht von Wölfen gerissen

26.07.2010
Gegendarstellung zum Beitrag „Kälber in der Region doch Beute von Wölfen?“ im Niederschlesischer Kurier vom 24.07.10:
Tote Kälber in Niedergurig nicht von Wölfen gerissen

Die beiden toten Kälber in Niedergurig (hier abgebildet des Kalb vom 01.07.10) sind nach dem Tod von Aasfressern angefressen worden. Hinweise auf Wölfe als Verursacher gab es nicht.
Die beiden toten Kälber in Niedergurig (hier
abgebildet des Kalb vom 01.07.10) sind nach
dem Tod von Aasfressern angefressen worden.
 Hinweise auf Wölfe als Verursacher gab es nicht.
Der Beitrag „Kälber in der Region doch Beute von Wölfen?“ im Niederschlesischer Kurier vom 24.07.10 (Link) ist nicht objektiv und fehlerhaft. Durch die Art und Weise der Berichterstattung wird beim Leser der Eindruck erweckt, dass es glaubhafte Belege dafür gebe, dass die am 27.05.10 und 01.07.10 in Niedergurig tot aufgefundenen Kälber von Wölfen gerissen seien, während das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz in Rietschen dies vertuschen will. Das ist jedoch nicht der Fall, denn die Mitteilung des Kontaktbüros, dass die Kälber nicht von Wölfen gerissen wurden, beruht auf unabhängigen, amtlichen Gutachten. Das Kontaktbüro kann entgegen der Darstellung im Beitrag des Niederschlesischen Kuriers, weder Gutachter beauftragen noch selbst Gutachten erstellen, es ist ausschließlich für die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wolf zuständig.
Die Vorgehensweise bei der Begutachtung von Nutztierschäden ist im „Managementplan für den Wolf in Sachsen“ geregelt. Dieser Plan ist vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Abstimmung mit allen betroffenen Interessensgruppen, auch dem Sächsischen  Landesbauernverband, erstellt worden. Demnach darf diese Untersuchung nur von ausgebildeten Gutachtern der Landratsämter, des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und dem Wildbiologischen Büro LUPUS durchgeführt werden. Im Fall Niedergurig war in Abstimmung mit dem Wolfsbeauftragten des Landratsamtes Bautzen, ein Gutachter des Biosphärenreservates vor Ort, um die toten Kälber zu untersuchen.
Die Kälber wurden demnach nicht von einem Wolf gerissen, sondern sind an einer anderen Ursache gestorben und nach dem Tod von Aasfressern wie z.B. Fuchs oder Marderhund angefressen worden.

Nachwuchs bei den sächsischen Wolfsrudeln

Zwei Welpen des Milkleler Rudels
Zwei Welpen des Milkleler Rudels
09. Juli 2010: Auch in diesem Jahr gibt es in den fünf sächsischen Wolfsrudeln vermutlich wieder Nachwuchs.
Um wie viele Welpen es sich handelt, kann voraussichtlich erst zum Ende des Sommers gesagt werden. Das Monitoring vom Wildbiologischen Büro LUPUS dazu läuft noch. In der Regel besteht ein Wurf aus vier bis sechs Jungtieren.

Beim Nochtener- und beim Milkeler Rudel gibt es Nachweise von Welpen in Form von Fotografien. Beim Daubitzer Rudel sind zwar noch keine Welpen gesehen, aber Spuren gefunden worden. Zudem gibt es konkrete Hinweise auf Nachwuchs beim Seenland– und beim Daubaner Rudel, die Bestätigung des Nachwuchses durch das Monitoring in Form von dokumentierten Spuren oder Fotos steht hier aber noch aus.

Wolfssichtungen bei Bautzen

wolf_rehn16. Februar 2010: Am vergangenen Samstag, dem 13.02.10, wurde auf einem Feld südlich von Doberschütz (Gemeinde Malschwitz, Landkreis Bautzen) ein Wolf fotografiert. In der Nähe wurde auch ein frischer Rehriss gefunden. Der Wolf wurde am gleichen Tag kurze Zeit später beim Überqueren der B 156 in Richtung Stausee von Autofahrern beobachtet. Insgesamt liegen den Wolfsbeauftragten aus dem Zeitraum 11.02. bis 13.02. neun protokollierte Sichtungsmeldungen aus dem nordöstlich von Bautzen gelegenen Bereich zwischen Niederkaina, Kreckwitz, Doberschütz und dem Stausee vor. Spätere Sichtungen aus dem Gebiet sind nicht bekannt.
Beobachtungen von Wölfen am Tag kommen eher selten vor, da sich die Tiere tagsüber meist in ungestörte Einstände z.B. Waldgebiete zurückziehen. Nach Beurteilung der Fotos und den Umständen der geschilderten Beobachtungen, scheint es sich bei dem bei Doberschütz fotografierten Wolf um ein junges Tier zu handeln, das einen Streifzug in der Umgebung seines Elternrevieres unternommen hat. Dem Sichtungsort am nächsten liegt das Territorium des Daubaner Rudels, aber auch die Milkeler Wölfe leben nicht weit entfernt. …
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