Wolf macht Stippvisite im Landkreis Zwickau

13.08.2014:

Schon lange wird mit dem Auftauchen von Wölfen in vielen Teilen Sachsens gerechnet. Jetzt konnte die Stippvisite eines Wolfes im Landkreis Zwickau bestätigt werden. Ende März 2014 wurde in der Nähe von Wilkau-Haßlau (Landkreis Zwickau) ein wolfsähnliches Tier gesichtet. Dem Beobachter gelang es vor Ort Haare des Tieres einzusammeln, die er dem Landratsamt übergab. Die genetische Untersuchung der Haare am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen bestätigte nun, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handelte.
Die genaue Herkunft des Wolfes konnte bei der genetischen Untersuchung nicht festgestellt werden, da er keinem der in Deutschland und Westpolen bisher durch genetische Untersuchungen bekannten Wolfsrudel zugeordnet werden konnte. Das Tier passt genetisch jedoch in die Mitteleuropäische Wolfspopulation.

Zwischen Ende März und Anfang Mai 2014 wurden mehrere Sichtungen aus dem Landkreis Zwickau an das Wolfsmanagement gemeldet. Seitdem sind keine Hin- oder Nachweise mehr aus diesem Raum bekannt geworden. Es ist gut möglich, dass es sich bei dem Tier um einen durchwandernden Wolf handelte, der inzwischen weitergezogen ist.

Dies ist zwar der erste Nachweis, dass sich ein Wolf zumindest zeitweilig im Landkreis Zwickau aufgehalten hat, ungewöhnlich ist dies jedoch nicht. Jungwölfe verlassen ihr elterliches Territorium im Alter von 1 bis 2 Jahren auf der Suche nach einem eigenen Territorium oder Partner. Sie können dabei innerhalb kurzer Zeit weite Strecken zurücklegen, so dass im gesamten Freistaat Sachsen jederzeit Wölfe auftauchen können.

Wolfshinweise, z.B. Sichtungen, Fährten, Kot oder Risse, können an das zuständige Landratsamt, das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und – forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762) oder das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772/ 46762) gemeldet werden.

Aktuelle Informationen Wölfe in Sachsen Juli 2014

18.07.2014:

 

In Sachsen sind aktuell 12 Wolfsrudel oder –paare bestätigt, von denen 10 ihre Territorien ganz (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Kollm, Milkel, Seenland, Königsbrück, Rosenthal, Laußnitzer Heide) und 2 überwiegend im Freistaat haben. Von letzteren ist das Spremberger Rudel grenzübergreifend mit Brandenburg und das Hohwald Rudel mit der Tschechischen Republik. In der Annaburger Heide, die hauptsächlich in Sachsen-Anhalt liegt, aber nach Brandenburg und Sachsen hineinreicht, lebt ebenfalls ein Wolfsrudel (siehe Karte).

Durch Genetikproben aus dem Biehainer Forst östlich von Niesky ist bekannt, dass das polnische Ruszow Rudel sein Territorium zum Teil auch auf sächsischer Seite hat (nicht auf der Karte dargestellt).

Ende Mai gab es in der Dübener Heide (Landkreis Nordsachsen) einen Fotonachweis eines einzelnen Wolfes. Es ist zurzeit unklar, ob sich das Tier weiterhin in diesem Gebiet aufhält oder weitergewandert ist.

 

Im Rahmen des Wolfsmonitorings konnte bisher in sieben sächsischen Rudeln Reproduktion nachgewiesen werden. Im Nieskyer-, Daubitzer-, Nochtener- und Seenland Rudel zeigen Fotofallenaufnahmen die jeweilige Wolfsfähe mit deutlichem Gesäuge. In drei weiteren Rudeln (Spremberg, Dauban, Milkel) gibt es bereits Film- und Fotoaufnahmen von Welpen.

In den Sommermonaten liegt der Schwerpunkt des Wolfsmonitorings auf der Suche nach Welpenhinweisen. In den nächsten Wochen wird versucht, auch in den übrigen Territorien Welpen über dokumentierte Spuren, Fotos oder Filmaufnahmen zu bestätigen.

 

Herdenschutz:

2014 gingen vom 01.01.2014 bis zum 10.06.2014 17 Meldungen zu vermuteten Nutztierschäden durch Wolfsübergriffe im Freistaat Sachsen ein, davon konnte in 7 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen sieben Fällen wurden insgesamt 10 Schafe getötet. In vier der sieben Fällen waren die Tiere nicht oder unzureichend geschützt.

Diese Vorfälle fanden alle innerhalb des sogenannten Fördergebietes (Wolfsgebiet + 30 km Umkreis) statt. Hier haben Nutztierhalter die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Für Fragen zu Schutzmaßnahmen und zu Fördermöglichkeiten stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

 

Tote Wölfe:

Bisher wurden 2014 vier tote Wölfe gefunden. Zwei Wölfe starben bei Verkehrsunfällen: ein junger männlicher Wolf auf der B156 südlich von Boxberg (Landkreis Görlitz) und ein männlicher Wolfswelpe auf der A4 (Görlitz – Dresden) zwischen den Anschlußstellen Niederseifersdorf und Weißenberg.

Zwei weitere Wölfe wurden illegal geschossen. Der Daubitzer Rüde wurde am 28.03.2014 bei Weißkeißel (Landkreis Görlitz) tot aufgefunden und am 13.07.2014 wurde eine Jährlingsfähe mit Schussverletzung im Bereich des Daubaner Territoriums gefunden. In beiden Fällen wurde Strafanzeige gegen unbekannt gestellt und die Polizei ermittelt (Kontaktbüro berichtete).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772/ 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Erster Wolfsnachweis in der Dübener Heide

18.06.2014:

Womit schon länger gerechnet werden konnte wurde jetzt mit einem Bild aus einer automatischen Wildkamera („Fotofalle") bestätigt: der erste Nachweis eines Wolfes in der Dübener Heide (Landkreis Nordsachsen). Das Bild entstand bereits Ende Mai, wie die Auswertung der Kameradaten nun ergab. Noch ist unklar, ob sich das Tier dort dauerhaft niederlassen wird oder das Gebiet nur durchwandert hat. Im Rahmen des Monitorings soll dieser Frage nun nachgegangen werden, in dem nach Spuren, Losungen und Rissen gesucht wird.

In der Dahlener Heide wurden bereits im Jahr 2010 eine Zeit lang mehrere Hinweise auf einen einzelnen Wolf gemeldet. Seitdem gab es jedoch keine Nachweise aus dem Landkreis Nordsachsen.

Das nächste bestätigte Wolfsvorkommen befindet sich nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt in der Annaburger Heide, die hauptsächlich in Sachsen-Anhalt liegt, aber nach Brandenburg und Sachsen hineinreicht. Aktuell gibt es in Sachsen 12 Wolfsrudel oder –paare, von denen 10 ihre Territorien ganz und 2 überwiegend im Freistaat haben. Von letzteren ist das Spremberger Rudel grenzübergreifend mit Brandenburg und das Hohwald Rudel mit der Tschechischen Republik.

Zur Vorbeugung von Schäden sollten vor allem Schaf- und Ziegenhalter ihre Tiere schützen. Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Auch 120 cm hohe Festzäune oder die Unterbringung der Tiere in einem geschlossenen Stall über Nacht bieten einen guten Schutz.

Voraussetzung für einen finanziellen Ausgleich im Schadensfall ist die Einhaltung des entsprechenden Mindestschutzes durch den Tierhalter. Eventuelle Schäden sind zeitnah innerhalb von 24 Stunden an das Landratsamt Nordsachsen, während der Dienstzeit Tel. 03423/ 7097 4134 und an Wochenenden Bereitschaftsdienst Umweltamt Tel. 0171/ 5575716, zu melden.

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Wolfsgebiet haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Ein großer Teil vom Landkreis Nordsachsen, darin eingeschlossen der Bereich um die Dübener und Dahlener Heide, gehört bereits seit 2011 zum Fördergebiet. Zu den bestehenden Fördermöglichkeiten berät Sie Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst (Tel. 035932/ 36531, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772/ 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Aktuelles zum sächsischen Wolfsvorkommen

04.04.2014:

Aktuell sind in Sachsen 10.5 Wolfsfamilien oder -paare sicher nachgewiesen Daubitz, Nochten, Milkel, Niesky, Dauban, Seenland, Rosenthal, Kollm, Königsbrücker Heide und Hohwald (siehe hier). Das Spremberger Rudel hat sein Territorium sowohl auf brandenburgischem als auch auf sächsischem Gebiet. Im Monitoring der letzten Monate haben sich zudem die Hinweise darauf verdichtet, dass es in der Laußnitzer Heide ein weiteres Territorium gibt. Hier wurden genetische Proben von zwei markierenden Wölfen gesammelt – die Untersuchungsergebnisse stehen aber noch aus. Im Brandenburger Teil der Lausitz schließen sich weitere Territorien an. In der Annaburger Heide, im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen, lebt ebenfalls ein Wolfsrudel.

Durch Genetikproben aus dem Biehainer Forst östlich von Niesky ist bekannt, dass das polnische Ruszow Rudel sein Territorium zum Teil auch auf sächsischer Seite hat (nicht auf der Karte dargestellt).

Genetischen Proben die bei einem Übergriff auf eine Schafherde in Obercarsdorf (Sächsische Schweiz – Osterzgebirge) Ende Oktober 2013 genommen wurden, belegen, dass ein Wolf die Schafe getötet bzw. verletzt hat. Es handelt sich dabei um einen Nachkommen des polnischen Wymiarki-Rudels aus dem Niederschlesischen Wald. Dieses Rudel wurde von einem männlichen Nachkommen des Daubitzer Rudels gegründet. Bei einem zweiten Übergriff auf eine Schafherde im Februar 2014 in der Gemeinde Klingenberg konnte die Genetik keine Klarheit über den Verursacher bringen. Lediglich der Fuchs konnte als Nachnutzer bestätigt werden. Der Wolf kann auf Grund der sonstigen Fundumstände nach wie vor als Täter nicht ausgeschlossen, aber auch nicht bestätigt werden.

Damit bleibt weiterhin unklar, ob sich in dieser Region ein Wolf dauerhaft etabliert hat oder dieser bereits weiter gewandert ist.

Nachdem die Wölfe im Januar/ Februar ihre jährliche Paarungszeit hatten, steht nun Ende April, Anfang Mai die Geburt der diesjährigen Wolfswelpen an. Wölfe haben eine Tragezeit von 63 Tagen.

Herdenschutz:

2014 gingen bisher 8 Meldungen zu vermuteten Nutztierschäden durch Wolfsübergriffe im Freistaat Sachsen ein, davon konnte in 3 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen drei Fällen wurden insgesamt 4 Schafe getötet. In allen drei Fällen waren die Tiere nicht oder unzureichend geschützt.

Diese Vorfälle fanden alle innerhalb des sogenannten Fördergebietes (Wolfsgebiet + 30 km Umkreis) statt. Hier haben Nutztierhalter die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Für Fragen zu Schutzmaßnahmen und zu Fördermöglichkeiten stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter der Telefonnummer 0172/3757602 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

Tote Wölfe:

Bisher wurden 2014 zwei tote Wölfe gefunden. Anfang Januar 2014 wurde auf der A4 (Görlitz – Dresden) zwischen den Anschlußstellen Niederseifersdorf und Weißenberg ein männlicher Wolfswelpe überfahren.

Am 28.03.2014 wurde bei Weißkeißel (Landkreis Görlitz) ein toter Wolf gefunden. Der Wolf starb an einer Schussverletzung. Der Landkreis stellte Strafanzeige und die Polizei ermittelt (Kontaktbüro berichtete).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772/ 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Keine Wolfstransporte nach Deutschland

30.01.2014:

In letzter Zeit mehren sich die Gerüchte, es würden Wölfe in Deutschland ausgesetzt um der Wolfspopulation nach zu helfen. Zuletzt wurde in der aktuellen Ausgabe (2/2014) der Jagdzeitschrift „JÄGER“ berichtet, dass ein Bundespolizist der Redaktion gegenüber die Meldung eines gestoppten Transporters mit lebenden Wölfen an der polnischen Grenze bestätigt hätte.

Die Bundespolizei Berlin/Brandenburg, sowie die Polizeidirektion Görlitz, konnten solche Vorkommnisse dem Sächsischen Wolfsmanagement gegenüber nicht bestätigen. Die Prüfung in ihrem Zuständigkeitsbereich ergab laut Pressestelle der Polizeidirektion Berlin, dass keine Feststellungen von Wolfs- bzw. Luchstransporten, weder mit osteuropäischen noch anderweitigen Transportern, bekannt und aktenkundig sind. Auch die Nachbarbehörden, Bundeszollverwaltung und Landespolizei Brandenburg, konnten einen solchen Sachverhalt nicht bestätigen.

Unter folgendem Link finden Sie die offizielle Stellungnahme der Polizeidirektion Berlin zu dem Thema

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