Streunender Hund sorgt für Verwirrung und Aufregung

24.11.2014:

In den vergangenen Tagen gingen beim Wolfsmanagement aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen wiederholt Sichtungsmeldungen eines „Wolfes" auf Straßen oder in Ortschaften ein. Viele Beobachter konnten Bilder des Tieres machen, sodass die Meldungen überprüft werden konnten. Auf diesen Bildern ist zu erkennen, dass es sich um ein und denselben wolfsähnlichen Hund handelt und nicht um einen Wolf.
Der Hund ist bereits seit 2 Wochen unterwegs und wurde mehrmals zwischen Halbendorf/Schleife (LK Görlitz), Niederseifersdorf (LK Görlitz), Löbau (LK Görlitz), Weißenberg (LK Bautzen), sowie Panschwitz-Kuckau und Kamenz (jeweils LK Bautzen) gesehen und fotografiert. Das Tier legt bemerkenswert weite Strecken am Tag zurück und ist zumeist auf Straßen unterwegs.
Letztmalig wurde der Hund bei Kamenz gesehen. Wenn er die momentan eingeschlagene Laufrichtung beibehält ist nicht auszuschließen, dass er in den nächsten Tagen im Großraum Dresden gesehen werden kann.

Der männliche Hund ist sehr wolfsähnlich gefärbt, etwa so groß wie ein Deutscher Schäferhund und trägt ein dunkles Halsband. Er zeigt Menschen und Autos gegenüber keine Scheu, ist nicht aggressiv, lässt sich aber nicht anfassen. Vermutlich ist das Tier dem Besitzer entlaufen oder wurde ausgesetzt.

Falls Sie den Hund erkennen und eventuelle Informationen zum Besitzer des Tieres haben, melden Sie sich bitte bei dem Ordnungsamt Ihres Landkreises, bei der Polizei oder beim Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772-46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Anm.: Am 29.11.2014 konnte der Hund von einer Privatperson eingefangen werden. Die Untersuchung beim Tierarzt ergab, dass der Hund gechipt war. Daraufhin konnte die Züchterin in Polen ausfindig gemacht werden und der Hund wurde von ihr abgeholt. 

  

Großer Wurf im Daubaner Rudel

20.08.2014

In diesem Jahr konnte im Daubaner Rudel bereits Ende Juli der Nachweis von Welpen erbracht werden. Aufnahmen einer automatischen Wildkamera (Fotofalle) zeigten sechs Welpen. In der vergangenen Woche gelang es einem Jäger und Hobbyfotografen nun im Revier des Daubaner Rudels 13 Welpen gleichzeitig zu filmen.

Für Wölfe in freier Wildbahn ist dies ein ungewöhnlich großer Wurf, bisher sind in Sachsen meist 4 bis 8 Welpen je Wurf nachgewiesen worden. Aus anderen Ländern sind jedoch auch Wurfgrößen von 10 Welpen bekannt.

Bei der großen Welpenanzahl ist es denkbar, dass es sich auch um zwei Würfe, z.B. von der Daubaner Wölfin und einer ihrer Töchter, handeln könnte. Das Wolfsmonitoring im Daubaner Revier soll diesbezüglich in dem laufenden Monitoringjahr Klarheit bringen. Vor allem das Sammeln und Auswerten von genetischen Proben (u.a. frischer Wolfskot) steht hierbei im Fokus.

In Sachsen wurden bereits in den letzten Jahren Mehrfachwürfe nachgewiesen, z.B. im Fall der besenderten Wölfin „Marie“ (FT7) im Milkeler Rudel (Kontaktbüro berichtete).

In der Regel leben Wölfe in Kleinfamilien, bestehend aus den beiden Elterntieren mit ihren Nachkommen. Die meisten Jungtiere wandern im Alter von 1-2 Jahren ab. Einzelne Individuen können aber auch drei Jahre und länger in ihrem Elternrudel bleiben. Gelegentlich kommt es vor, dass in einem Rudel mehr als ein Wurf Welpen aufgezogen wird. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass die Grundlage dafür eine hohe Nahrungsverfügbarkeit ist. Ist genügend Nahrung für alle vorhanden, werden auch ältere Nachkommen im Territorium länger geduldet. In solchen Fällen kann es dazu kommen, dass z.B. eine bereits erwachsene Tochter ebenfalls Welpen aufzieht.

Kommt es häufig zum Wechsel der Elterntiere, zum Beispiel aufgrund von natürlicher Mortalität, Verkehrsunfällen oder illegaler Bejagung, kann dies das Auftreten von Mehrfachwürfen ebenfalls begünstigen. Wenn der Vaterrüde eines Rudels umkommt und durch einen neuen männlichen Wolf ersetzt wird, kann sich dieser bei ausreichender Nahrungsgrundlage theoretisch sowohl mit der Fähe des Rudels als auch mit einer erwachsenen Tochter verpaaren.

Welche Situation im Daubaner Rudel gegeben ist, soll durch das laufende Monitoring geklärt werden.

Bild 1: 10 der 13 Welpen des Daubaner Rudel

Bild 2: Drei der 13 Welpen des Daubaner Rudel

Wolf macht Stippvisite im Landkreis Zwickau

13.08.2014:

Schon lange wird mit dem Auftauchen von Wölfen in vielen Teilen Sachsens gerechnet. Jetzt konnte die Stippvisite eines Wolfes im Landkreis Zwickau bestätigt werden. Ende März 2014 wurde in der Nähe von Wilkau-Haßlau (Landkreis Zwickau) ein wolfsähnliches Tier gesichtet. Dem Beobachter gelang es vor Ort Haare des Tieres einzusammeln, die er dem Landratsamt übergab. Die genetische Untersuchung der Haare am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen bestätigte nun, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handelte.
Die genaue Herkunft des Wolfes konnte bei der genetischen Untersuchung nicht festgestellt werden, da er keinem der in Deutschland und Westpolen bisher durch genetische Untersuchungen bekannten Wolfsrudel zugeordnet werden konnte. Das Tier passt genetisch jedoch in die Mitteleuropäische Wolfspopulation.

Zwischen Ende März und Anfang Mai 2014 wurden mehrere Sichtungen aus dem Landkreis Zwickau an das Wolfsmanagement gemeldet. Seitdem sind keine Hin- oder Nachweise mehr aus diesem Raum bekannt geworden. Es ist gut möglich, dass es sich bei dem Tier um einen durchwandernden Wolf handelte, der inzwischen weitergezogen ist.

Dies ist zwar der erste Nachweis, dass sich ein Wolf zumindest zeitweilig im Landkreis Zwickau aufgehalten hat, ungewöhnlich ist dies jedoch nicht. Jungwölfe verlassen ihr elterliches Territorium im Alter von 1 bis 2 Jahren auf der Suche nach einem eigenen Territorium oder Partner. Sie können dabei innerhalb kurzer Zeit weite Strecken zurücklegen, so dass im gesamten Freistaat Sachsen jederzeit Wölfe auftauchen können.

Wolfshinweise, z.B. Sichtungen, Fährten, Kot oder Risse, können an das zuständige Landratsamt, das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und – forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762) oder das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772/ 46762) gemeldet werden.

Aktuelle Informationen Wölfe in Sachsen Juli 2014

18.07.2014:

 

In Sachsen sind aktuell 12 Wolfsrudel oder –paare bestätigt, von denen 10 ihre Territorien ganz (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Kollm, Milkel, Seenland, Königsbrück, Rosenthal, Laußnitzer Heide) und 2 überwiegend im Freistaat haben. Von letzteren ist das Spremberger Rudel grenzübergreifend mit Brandenburg und das Hohwald Rudel mit der Tschechischen Republik. In der Annaburger Heide, die hauptsächlich in Sachsen-Anhalt liegt, aber nach Brandenburg und Sachsen hineinreicht, lebt ebenfalls ein Wolfsrudel (siehe Karte).

Durch Genetikproben aus dem Biehainer Forst östlich von Niesky ist bekannt, dass das polnische Ruszow Rudel sein Territorium zum Teil auch auf sächsischer Seite hat (nicht auf der Karte dargestellt).

Ende Mai gab es in der Dübener Heide (Landkreis Nordsachsen) einen Fotonachweis eines einzelnen Wolfes. Es ist zurzeit unklar, ob sich das Tier weiterhin in diesem Gebiet aufhält oder weitergewandert ist.

 

Im Rahmen des Wolfsmonitorings konnte bisher in sieben sächsischen Rudeln Reproduktion nachgewiesen werden. Im Nieskyer-, Daubitzer-, Nochtener- und Seenland Rudel zeigen Fotofallenaufnahmen die jeweilige Wolfsfähe mit deutlichem Gesäuge. In drei weiteren Rudeln (Spremberg, Dauban, Milkel) gibt es bereits Film- und Fotoaufnahmen von Welpen.

In den Sommermonaten liegt der Schwerpunkt des Wolfsmonitorings auf der Suche nach Welpenhinweisen. In den nächsten Wochen wird versucht, auch in den übrigen Territorien Welpen über dokumentierte Spuren, Fotos oder Filmaufnahmen zu bestätigen.

 

Herdenschutz:

2014 gingen vom 01.01.2014 bis zum 10.06.2014 17 Meldungen zu vermuteten Nutztierschäden durch Wolfsübergriffe im Freistaat Sachsen ein, davon konnte in 7 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen sieben Fällen wurden insgesamt 10 Schafe getötet. In vier der sieben Fällen waren die Tiere nicht oder unzureichend geschützt.

Diese Vorfälle fanden alle innerhalb des sogenannten Fördergebietes (Wolfsgebiet + 30 km Umkreis) statt. Hier haben Nutztierhalter die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Für Fragen zu Schutzmaßnahmen und zu Fördermöglichkeiten stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

 

Tote Wölfe:

Bisher wurden 2014 vier tote Wölfe gefunden. Zwei Wölfe starben bei Verkehrsunfällen: ein junger männlicher Wolf auf der B156 südlich von Boxberg (Landkreis Görlitz) und ein männlicher Wolfswelpe auf der A4 (Görlitz – Dresden) zwischen den Anschlußstellen Niederseifersdorf und Weißenberg.

Zwei weitere Wölfe wurden illegal geschossen. Der Daubitzer Rüde wurde am 28.03.2014 bei Weißkeißel (Landkreis Görlitz) tot aufgefunden und am 13.07.2014 wurde eine Jährlingsfähe mit Schussverletzung im Bereich des Daubaner Territoriums gefunden. In beiden Fällen wurde Strafanzeige gegen unbekannt gestellt und die Polizei ermittelt (Kontaktbüro berichtete).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772/ 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Erster Wolfsnachweis in der Dübener Heide

18.06.2014:

Womit schon länger gerechnet werden konnte wurde jetzt mit einem Bild aus einer automatischen Wildkamera („Fotofalle") bestätigt: der erste Nachweis eines Wolfes in der Dübener Heide (Landkreis Nordsachsen). Das Bild entstand bereits Ende Mai, wie die Auswertung der Kameradaten nun ergab. Noch ist unklar, ob sich das Tier dort dauerhaft niederlassen wird oder das Gebiet nur durchwandert hat. Im Rahmen des Monitorings soll dieser Frage nun nachgegangen werden, in dem nach Spuren, Losungen und Rissen gesucht wird.

In der Dahlener Heide wurden bereits im Jahr 2010 eine Zeit lang mehrere Hinweise auf einen einzelnen Wolf gemeldet. Seitdem gab es jedoch keine Nachweise aus dem Landkreis Nordsachsen.

Das nächste bestätigte Wolfsvorkommen befindet sich nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt in der Annaburger Heide, die hauptsächlich in Sachsen-Anhalt liegt, aber nach Brandenburg und Sachsen hineinreicht. Aktuell gibt es in Sachsen 12 Wolfsrudel oder –paare, von denen 10 ihre Territorien ganz und 2 überwiegend im Freistaat haben. Von letzteren ist das Spremberger Rudel grenzübergreifend mit Brandenburg und das Hohwald Rudel mit der Tschechischen Republik.

Zur Vorbeugung von Schäden sollten vor allem Schaf- und Ziegenhalter ihre Tiere schützen. Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Auch 120 cm hohe Festzäune oder die Unterbringung der Tiere in einem geschlossenen Stall über Nacht bieten einen guten Schutz.

Voraussetzung für einen finanziellen Ausgleich im Schadensfall ist die Einhaltung des entsprechenden Mindestschutzes durch den Tierhalter. Eventuelle Schäden sind zeitnah innerhalb von 24 Stunden an das Landratsamt Nordsachsen, während der Dienstzeit Tel. 03423/ 7097 4134 und an Wochenenden Bereitschaftsdienst Umweltamt Tel. 0171/ 5575716, zu melden.

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Wolfsgebiet haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Ein großer Teil vom Landkreis Nordsachsen, darin eingeschlossen der Bereich um die Dübener und Dahlener Heide, gehört bereits seit 2011 zum Fördergebiet. Zu den bestehenden Fördermöglichkeiten berät Sie Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst (Tel. 035932/ 36531, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772/ 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

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