Aktuelle Informationen zu den Wölfen in Sachsen und Jahresrückblick 2015

22.01.2016:

Verbreitung in Sachsen im Monitoringjahr 2014/2015:
In Sachsen wurden im letzten abgeschlossenen Monitoringjahr 2014/2015* zehn Wolfsrudel und ein territorialer Wolf nachgewiesen. Neun Wolfsterritorien liegen ganz im Freistaat Sachsen. Darüber hinaus sind zwei Territorien grenzübergreifend: eines zu Brandenburg (SP) und ein weiteres zur Tschechischen Republik (HW).
Drei Wolfsterritorien (AH, RZ und Z) haben nur zu einem kleinen Teil ihr Gebiet auf sächsischer Seite und werden daher in den Nachbarländern mitgezählt (für Karte s. hier).

Entwicklungen im aktuellen Monitoringjahr 2015/2016
Im Laufe des Monitoringjahres 2015/2016 konnte in neun der bekannten sächsischen Wolfsrudel Nachwuchs bestätigt werden (DZ, DN, KH, LH, MI, NY, NO, RT, SP). Insgesamt konnten 33 Welpen nachgewiesen werden, wobei es sich dabei um Mindestzahlen handelt.

Darüber hinaus hat südlich des Nieskyer Rudels im Bereich der Königshainer Berge eine weitere Reproduktion stattgefunden. Genetische Analysen ergaben, dass sich die ehemalige Kollmer Fähe mit einem unbekannten Rüden verpaart hat. Einer der Welpen wurde im Juni in den Königshainer Bergen tot aufgefunden, er starb im Alter von ca. 7 Wochen an einer Magen-Darm-Erkrankung.
Die Kollmer Fähe lebte ursprünglich mit dem besenderten Rüden „Timo“ (MT5) in einem Territorium im Gebiet um die Hohe Dubrau/ Kollmer Höhen, wo sie im Jahr 2013 mind. einen Welpen aufzogen (Kollmer Rudel). Nachdem Timo im Januar 2014 das Sendehalsband nach zweijähriger Sendezeit planmäßig verlor, verschwand das Kollmer Rudel aus ungeklärter Ursache noch im selben Jahr. Seit Winter 2014/15 wird das ehemalige Kollmer Territorium von den beiden benachbarten Rudeln (Nieskyer- und Daubaner Rudel) eingenommen.
Die Lage und Größe des neuen Territoriums der ehemaligen Kollmer Fähe und ihrer neuen Familie ist unbekannt, insbesondere wie weit es sich von den Königshainer Bergen nach Süden und Westen erstreckt. Da sich im Verlauf des Jahres 2015 auch westlich von Löbau bei Cunewalde (Landkreis Bautzen) Hinweise auf die Anwesenheit eines Wolfsrudels verdichten, stellt sich die Frage, ob dieses Gebiet noch zum Territorium des neuen Rudels der ehemaligen Kollmer Fähe gehört, oder sich westlich von Löbau bei Cunewalde ein weiteres Wolfsrudel neu gegründet hat.
Auch im Bereich um die Gohrischheide im Norden des Landkreises Meißen liegen aus 2015 nach wie vor einzelne Nachweise und bestätigte Hinweise auf Wölfe vor. Im Rahmen des Monitorings soll weiter geklärt werden, ob sich Wölfe hier dauerhaft aufhalten.
Zur Klärung des Status in den Bereichen Königshain, Reichenbach, Löbau, Cunewalde, sowie Gohrischheide sind Hinweise aus der Bevölkerung sehr wichtig. Neben Sichtungsmeldungen sind insbesondere Hinweise auf Losungen (Wolfskot), Spuren oder Risse interessant. Günstig sind dabei Fotodokumentationen der Hinweise inklusive Größenvergleiche (Zollstock oder anderer Gegenstand z.B. Taschentuch).
Bitte melden Sie diese Hinweise zeitnah an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Tote Wölfe:

Insgesamt wurden 2015 im Freistaat acht tote Wölfe gefunden. Fünf Wölfe starben bei Verkehrsunfällen, zwei Wölfe starben an natürlichen Todesursachen und ein weiterer wurde illegal geschossen (das Kontaktbüro berichtete).

Herdenschutz:

Im Jahr 2015 wurden dem sächsischen Wolfsmanagement insgesamt 56 Übergriffe auf Nutztiere gemeldet, bei denen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen wurde. Dabei wurden 140 Nutztiere getötet, 11 sind vermisst und 17 weitere wurden verletzt. Es handelt sich um Schafe, Ziegen und Gatterwild (Damwild und Mufflon). In den meisten Wolfsterritorien waren keine oder nur geringe Schäden an Nutztieren zu verzeichnen. Die Schäden konzentrieren sich oft in Gebieten, wo Wölfe erst seit kurzem wieder ansässig sind und sich noch nicht alle Tierhalter auf die neue Situation eingestellt haben.
Im vergangenen Jahr gab es die meisten Übergriffe im Territorium des Rosenthaler Rudels. Neben unzureichend geschützten Nutztieren wurden hier in einigen Fällen auch geschützte Tiere erbeutet, u.a. durch Überspringen von Zäunen. Um dem entgegen zu wirken, wurden die dort ansässigen Schaf- und Ziegenhalter aufgerufen, ihre Schutzmaßnahmen zu überprüfen und ggf. zu verbessern (siehe PM des KB vom 14.09.15). Hierfür wurden 10.000 lfm „Flatterband“ (Breitbandlitze) inklusive der dafür erforderlichen Weidepfähle kostenfrei ausgeliehen und die Tierhalter bei Bedarf vor Ort in Sachen Herdenschutz beraten. Diese Maßnahmen waren offenbar erfolgreich, da seit nunmehr 3 Monaten keine neuen Übergriffe in diesem Gebiet gemeldet wurden.
Wenn Wölfe wiederholt erfolgreich unzureichend geschützte Nutztiere töten können, lernen sie, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind, als ihre natürlichen Beutetiere Rehe, Hirsche oder Wildschweine. Im Ergebnis dieses Lernprozesses kann es dazu kommen, dass Wölfe gezielt versuchen geschützte Nutztiere zu töten. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst alle Schafe und Ziegen im Wolfsgebiet ausreichend geschützt werden.
Seit Anfang des Jahres 2015 haben Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Sachsen die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen zu 80% der Nettokosten fördern zu lassen. Dies wurde von zahlreichen Tierhaltern angenommen. So wurden 2015 insgesamt 386 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 305.260,90 € ausgezahlt. Durch den zeitlichen Vorlauf für Tierhalter in noch nicht vom Wolf besiedelten Gebieten können Schäden verhindert werden, bevor sie entstehen.

*Im Rahmen des Wolfsmonitorings werden die erhobenen Daten jährlich basierend auf dem Monitoringjahr, nicht anlehnend an das Kalenderjahr, zusammenfassend ausgewertet. Das Monitoringjahr läuft jeweils vom 01. Mai eines Jahres bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres. Der Zeitabschnitt umfasst ein biologisches „Wolfsjahr“, von der Geburt der Welpen bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres.

Aktuelle Informationen zu den Wölfen in Sachsen, Stand: November 2015

06.11.2015:

Verbreitung in Deutschland und Sachsen:

Im letzten Monitoringjahr 2014/2015 konnten in Deutschland 31 Wolfsrudel, 8 Paare und 6 territoriale Einzeltiere in sechs Bundesländern nachgewiesen werden.
Davon leben zehn Wolfsrudel und ein territorialer Wolf in Sachsen. Neun Wolfsterritorien liegen ganz im Freistaat Sachsen. Darüber hinaus sind zwei Territorien grenzübergreifend: eines zu Brandenburg und ein weiteres zur Tschechischen Republik (Abb.1). Drei Wolfsterritorien (AH, RZ und Z) haben nur zu einem kleinen Teil ihr Gebiet auf sächsischer Seite und werden daher in den Nachbarländern mitgezählt.

Mögliche Neuetablierung(en) in Sachsen:

Die genetische Untersuchung des im Juni 2015 tot aufgefundenen 7 Wochen alten Welpen (Todesursache Magen-Darm-Erkrankung) im Bereich der Königshainer Berge (Landkreis Görlitz) ergab, dass das Tier kein Nachkomme des Nieskyer Wolfspaares ist. Die Tatsache, dass der Welpe keinem bekannten Rudel zugeordnet werden kann, lässt darauf schließen, dass sich ein neues Rudel etabliert hat. Westlich von Löbau bei Cunewalde (Landkreis Bautzen) gibt es ebenfalls Hinweise auf Welpen. Ob diese beiden Bereiche, Cunewalde und Königshain, zu einem oder zwei getrennten Territorien gehören, ist noch unklar.

Weiterhin liegen aus dem Norden des Landkreises Meißen, um die Gohrisch Heide, bestätigte Hin- bzw. Nachweise von Wölfen vor. Zur Klärung des Status in den Bereichen Königshain, Reichenbach, Löbau, Cunewalde, sowie Gohrisch Heide sind Hinweise aus der Bevölkerung sehr wichtig. Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772 / 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727 / 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Herdenschutz:

Im Jahr 2015 (Stand: 31.10.2015) gingen bislang insgesamt 65 Meldungen zu Nutztierschäden beim sächsischen Wolfsmanagement ein. Davon konnte in 52 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurden 130 Nutztiere getötet, 16 verletzt und 10 weitere werden vermisst.
Im Gebiet des Rosenthaler Rudels gab es dieses Jahr gehäuft Übergriffe sowohl auf ungeschützte als auch geschützte Schafe. In einigen der Fälle wurden dabei Zäune untergraben oder übersprungen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, ist es wichtig, dass im Rosenthaler Territorium möglichst keine unzureichend geschützten Schafe mehr vorkommen, damit Wölfe nicht weiterhin Schafe als leichte Beute betrachten. Die dort ansässigen Tierhalter wurden daher aufgerufen ihre Schutzmaßnahmen anzupassen und ggf. mit einem „Flatterband“ (Breitbandlitze) zu erweitern (siehe PM des Kontaktbüros vom 14.09.2015). Dieses wird ca. 20 - 30 cm über den Elektrozaun gespannt.
Schaf – und Ziegenhaltern in den Städten und Gemeinden: Bernsdorf, Oßling, Schönteichen, Kamenz, Wittichenau, Ralbitz-Rosenthal, Nebelschütz, Räckelwitz, Panschwitz-Kuckau, Crostwitz, Puschwitz, Lohsa, Königswartha, Neschwitz, Göda, Radibor und Bautzen können auch weiterhin das benötigte Material (Breitbandlitze, Weidepfähle) kostenfrei bei der Biosphärenreservatsverwaltung ausleihen (Kontakt: Herr Klingenberger, Tel. 035932 / 36531, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Damit generell ein guter Schutz gegen Wolfsübergriffe gewährleistet wird, haben Schaf- und Ziegenhalter, sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Sachsen die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen, wie z.B. die Anschaffung von Elektrozäunen, über die Richtlinie „Natürliches Erbe“ fördern zu lassen. Für Fragen zu Schutzmaßnahmen und Fördermöglichkeiten stehen die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und die zuständigen Außenstellen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Kamenz, Mockrehna und Zwickau zur Verfügung (siehe auch: http://www.smul.sachsen.de/foerderung/3528.htm).

Aktuelle Informationen Wölfe in Sachsen Juli 2015

04.08.2015:

Aktuell sind in Sachsen zehn Wolfsrudel und ein sesshafter Wolf bestätigt. Neun Wolfsterritorien liegen ganz im Freistaat Sachsen: Daubitz, Dauban, Königsbrück, Milkel, Niesky, Nochten, Seenland, Rosenthal und Laußnitzer Heide. Darüber hinaus sind zwei Wolfsterritorien grenzübergreifend: Das Spremberger Rudel, dessen Revier teilweise in Brandenburg liegt, und die sesshafte Wölfin im Hohwald, deren Revier sich zum Teil auf die Tschechische Republik erstreckt. Drei weitere Wolfsterritorien haben nur zu einem kleinen Teil ihr Gebiet auf sächsischer Seite. Um Doppelzählungen zu vermeiden werden diese in Sachsen nicht mitgezählt: Das polnische Ruszow-Rudel, das brandenburgische Zschornoer Wolfspaar und das zum Großteil in Sachsen-Anhalt liegenden Annaburger Heide Rudel (s. Karte hier).

Im letzten Monitoringjahr 2014/2015 ist ein Rudel (Kollm) komplett verschwunden. Das Gebiet wurde von den angrenzenden Wolfsrudeln wieder in Anspruch genommen. Auch das ehemalige Hohwald Rudel existiert als solches nicht mehr. Bei der im Hohwald nachgewiesenen Wölfin handelt es sich um eine Tochter dieses ehemaligen Rudels. Ob die Wölfin sich dort alleine aufhält oder mit Partner wird im Rahmen des Monitorings weiter untersucht.

In den vergangenen Monaten wurden auch außerhalb der etablierten Rudelterritorien bestätigte Hinweise auf bzw. Nachweise von einzelnen Wölfen erbracht: In der Gohrisch Heide (Landkreis Meißen), sowie im Raum Löbau und Bernstadt auf dem Eigen (beides Landkreis Görlitz). Anhand von zwei Losungsproben, die östlich von Löbau eingesammelt wurden, konnte genetisch nachgewiesen werden, dass ein Welpe des Rosenthaler Rudels im Frühjahr 2015 in südlichen Landkreis Görlitz unterwegs war. Im Rahmen des Monitorings wird weiter geklärt ob sich Wölfe in diesen Gebieten inzwischen dauerhaft aufhalten.
Ende Mai gab es bei Markkleeberg südlich von Leipzig (Landkreis Leipziger Land) einen einzelnen Fotonachweis eines Wolfes. Bislang ist unklar, ob der Wolf sich aktuell noch in dem Bereich aufhält oder bereits weitergewandert ist.

Bisher konnte in sechs sächsischen Rudeln Reproduktion nachgewiesen werden. Im Daubaner Rudel zeigen Fotofallenaufnahmen die Wolfsfähe mit deutlichem Gesäuge. Im Daubitzer-, Milkeler-, Nieskyer-, Nochtener- und Spremberger Rudel gibt es bereits Film- und Fotoaufnahmen von Welpen.
20150722SN NY Welpen mit Jaehrling

In den Sommer- und Herbstmonaten liegt der Schwerpunkt des Wolfsmonitorings auf der Suche nach Welpenhinweisen. In dieser Zeit wird versucht, auch in den übrigen Territorien Welpen über dokumentierte Spuren, Fotos oder Filmaufnahmen zu bestätigen.

Der Totfund eines 7 Wochen alten Welpen (Todesursache Magen-Darm-Erkrankung) im Bereich der Königshainer Berge (LK Görlitz) gibt bislang Rätsel auf. Das Gebiet der Königshainer Berge gehört zum Territorium des Nieskyer Rudels. Die diesjährigen Welpen der Nieskyer Wolfsfähe sind allerdings an einem anderen Ort im Territorium nachgewiesen worden, weshalb anzunehmen ist, dass dieser Welpe zu einer anderen Mutter gehört. Derzeit wird die genetische Zugehörigkeit des Welpen untersucht. Ein intensiveres Monitoring im Bereich der Königshainer Berge sowie der angrenzenden Gebiete, soll Informationen liefern, ob sich südlich der Autobahn 4 ein neues Rudel etabliert hat.

Im vergangenen Jahr wurden im Daubaner Rudel insgesamt 13 Welpen nachgewiesen (das Kontaktbüro berichtete). Dies war eine kleine Sensation, da in Sachsen bisher meist 4 bis 8 Welpen je Wurf nachgewiesen wurden. Das intensivierte genetische Monitoring in diesem Gebiet im letzten Monitoringjahr sollte die Elternschaft der 13 Welpen klären. Vermutet wurde eine Doppelreproduktion, das heißt, dass neben der Daubaner Fähe eventuell noch eine weitere Wölfin Welpen bekommen hatte. Dies konnte genetisch jedoch weder bestätigt noch sicher ausgeschlossen werden. Insgesamt konnten sechs Welpen genetisch beprobt werden. Diese haben alle die Daubaner Fähe als Mutter. Allerdings kamen sieben der 13 Welpen nicht in den gesammelten Genetikproben vor. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist daher zu gering, um zu schlussfolgern, dass tatsächlich alle 13 Welpen von nur einer Mutter stammen. Möglicherweise liefern die genetischen Analysen des laufenden Monitoringjahres noch weitere Aufschlüsse.

Herdenschutz:
Im Jahr 2015 (Stand: 27.07.2015) gingen bislang insgesamt 31 Meldungen zu Nutztierschäden beim sächsischen Wolfsmanagement ein. Davon konnte in 21 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurden 52 Nutztiere getötet und 6 Tiere verletzt.

In Sachsen haben Schaf- und Ziegenhalter, sowie Betreiber von Wildgattern die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Für Fragen zu Schutzmaßnahmen und zu Fördermöglichkeiten stehen die Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise bzw. die zuständige Außenstelle des Sächsischen Landesamts für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) zur Verfügung.

Tote Wölfe:
Im Freistaat Sachsen wurden 2015 bislang sieben tote Wölfe gefunden. Vier Wölfe starben bei Verkehrsunfällen: eine Jährlingsfähe auf der B96 im Landkreis Bautzen, ein junger männlicher Wolf bei Driewitz (Landkreis Bautzen), ein erwachsener Rüde bei Lodenau (Landkreis Görlitz) und eine Jährlingsfähe im Daubaner Wald (Landkreis Görlitz). Zwei Wölfe starben an natürlichen Todesursachen: der Rüde des Spremberger Rudels (MT2, „Karl“) und ein Welpe im Bereich der Königshainer Berge (Landkreis Görlitz).
Ein Wolf wurde Ende Juli 2015 illegal geschossen (das Kontaktbüro berichtete).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Kein auffälliges Verhalten von Wölfen im Landkreis Görlitz

30.07.2015:

Anlässlich von Wolfssichtungen und Nutztierrissen, wie zuletzt am 15.07.15 in Kodersdorf, wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Bedenken über eine wohlmögliche Gefährdung von Menschen laut. Anhand aller vorliegenden Informationen aus dem Wolfsmonitoring, welches die Entwicklung der Wolfspopulation in Sachsen und das Verhalten der Tiere, (im Rahmen des staatlichen Wolfsmanagements) erforscht und überwacht, sind diese Bedenken unbegründet.
Das Verhalten, das sich Wölfe auf der Suche nach Beutetieren zuweilen nah an bewohnte Gebäude heran wagen, wird in Sachsen seit Beginn der natürlichen Wiederbesiedlung beobachtet und vom Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ seit vielen Jahren in Presseinformationen, Faltblättern und Vorträgen bekannt gegeben. Es ist keine „neue Entwicklung“, sondern gehört zum Repertoire des normalen Wildverhaltens. Die Haltung von Schafen und Ziegen in Siedlungen und an Gehöften ohne geeignete Umzäunung ist daher insbesondere über Nacht nicht sicher.
Die Tatsache, dass Wölfe gelegentlich nachts und sehr selten auch mal am Tage in Siedlungsbereiche gehen, ähnlich wie dies von Füchsen, Rehen oder Wildschweinen bekannt ist, stellt keine Gefahr für die Bevölkerung dar. Dem Menschen gehen die Wölfe in der Regel aus dem Weg und werden daher selten beobachtet. Falls es zu einer Begegnung kommt, reagieren die Wölfe häufig nicht besonders scheu, jedoch ist ihr Verhalten von arttypischer Vorsicht und Desinteresse gegenüber den Menschen gekennzeichnet.
Die zahlreichen Sichtungen, die im Rahmen des Wolfsmonitorings in Sachsen seit 2002 systematisch erfasst werden, zeigen, dass Wolf-Sichtungen auf kurzer Distanz (unter 50m) zum Großteil vom Auto heraus erfolgen. Generell dauern Sichtungen häufig nur wenige Sekunden bis Minuten und finden auf größerer Distanz statt.
Das Verhalten von Wölfen wird im Freistaat Sachsen gemäß den Ausführungen im Managementplan für den Wolf in Sachsen beurteilt. Darin ist auch der Umgang mit auffälligen Wölfen geregelt. Im Landkreis Görlitz und darüber hinaus im Freistaat Sachsen gibt es derzeit keine Anzeichen für ein auffälliges Verhalten einzelner Wölfe.
Seit Beginn der natürlichen Wiederbesiedlung vor 15 Jahren gab es im Freistaat keine Situation in der Wölfe dem Menschen gefährlich geworden sind.

Laut dem letzten Monitoringstand gibt es vier Wolfsfamilien, die ihre Territorien ganz oder größtenteils im Landkreis Görlitz haben: das Nochtener, Daubitzer, Daubaner und Nieskyer Rudel. Davon erstreckt sich das Revier des Nieskyer Rudels am weitesten in den Süden des Landkreises bis in die Königshainer Berge. Südlich der Autobahn wurden in den vergangenen Jahren immer wieder bestätigte Hinweise und Nachweise auf einzelne Wölfe erbracht, wie zuletzt im Raum Löbau und Bernstadt auf dem Eigen. Eine Etablierung von Rudelterritorien wurde im südlichen Teil des Landkreises noch nicht festgestellt.
Zur Unterstützung des Wolfsmonitorings wird die Bevölkerung gebeten Wolfshinweise (Sichtungen, Spuren, Kot, Risse) an das Landratsamt Görlitz, das Kontaktbüro oder das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –Forschung zu melden.
Bei Fragen zum Thema Wolf oder Interesse an Vortragsangeboten in Ihrer Region wenden Sie sich bitte an das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz.

Nachweis eines Wolfes bei Markkleeberg

24.06.2015:

Mittels einer automatischen Wildkamera („Fotofalle“) ist südlich von Leipzig nahe Markkleeberg (Landkreis Leipziger Land) erstmals der Nachweis eines Wolfes erbracht worden. Das Bild entstand bereits Ende Mai, wie die Auswertung der Kameradaten durch den Jagdpächter nun ergab. Noch ist unklar, ob sich das Tier dort dauerhaft niederlassen wird oder das Gebiet nur durchwandert hat. Im Rahmen des Monitorings soll dieser Frage nachgegangen werden.

Die nächstgelegenen Wolfsrudel sind das Annaburger-Heide-Rudel (im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen) und das Königsbrücker- Heide-Rudel, dessen Territorium sich in Sachsen im Bereich der Königsbrücker Heide (Landkreise Bautzen und Meißen) befindet.

Tierhaltern, vor allem von Schafen und Ziegen sowie Betreibern von Wildgattern, wird empfohlen, ihre Schutzzäune zu überprüfen. Die Umzäunung muss richtig stehen, darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten und muss an allen Seiten geschlossen sein – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung eindringen.

Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe bei Schaf- und Ziegenkoppeln haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Auch 120 cm hohe Festzäune oder die Unterbringung der Tiere in einem geschlossenen Stall über Nacht bieten einen guten Schutz.

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Wolfsgebiet haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Die zuständige Behörde für diese Förderung in den Landkreisen Leipziger Land, Nordsachsen, sowie der Stadt Leipzig ist das Sächsische Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Außenstelle Mockrehna, (Tel. 034244 5310).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Weitere Informationen zum aktuellen Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen finden Sie hier

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen