Neues Wolfsrudel und Wolfsnachwuchs

27.07.2017:

In der Dahlener Heide (LK Nordsachsen) konnte ein Wolfsrudel nachgewiesen werden. Bereits seit Jahresbeginn gab es einzelne Hinweise auf Wölfe in diesem Gebiet. Ende Mai wurde eine Wolfsfähe mit Gesäuge, welche Futter im Maul trug, von einer Fotofalle fotografiert (s. li. Foto). Aktuell wurden zwei Welpen beobachtet und fotografiert.

Wolf in Mittelsachsen nachgewiesen

30.06.2017:

Im Landkreis Mittelsachsen wurde erstmals seit Beginn der natürlichen Wiederbesiedlung ein Wolf nachgewiesen. Das Tier wurde am 17.04.2017 ca. 7 km östlich von Döbeln (LK Mittelsachsen) von einer Privatperson fotografiert. Das Foto wurde als eindeutiger Nachweis (C1) eingestuft und nach Überprüfung der Örtlichkeit als Erstnachweis für den Landkreis bestätigt. Bis jetzt gibt es allerdings keinen Hinweis darauf, dass der Wolf sich noch in der Region aufhält. Möglicherweise handelte es sich um einen Wolf auf Wanderschaft.

In Sachsen sind Wölfe seit Ende der neunziger Jahre wieder dauerhaft heimisch. Junge Wölfe verlassen meist im Alter von 1-2 Jahren das elterliche Territorium. Auf der Suche nach einem eigenen Territorium und einem möglichst nicht verwandten Paarungspartner können sie weite Strecken zurücklegen. Daher ist mit dem Vorkommen von Wölfen außerhalb der bekannten Wolfsgebiete jederzeit zu rechnen. 

Halter von Schafen und Ziegen sollten Vorkehrungen für den Schutz ihrer Tiere treffen, indem sie ihre Nutztiere z.B. über Nacht einstallen oder mit einem geeigneten Elektrozaun schützen. Auskünfte zum Thema Herdenschutz erhalten Tierhalter in Mittelsachsen von dem Herdenschutzbeauftragten Ulrich Klausnitzer (Tel. 0151/50551465, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Für den Menschen stellen wildlebende Wölfe in der Regel keine Gefahr dar. Wölfe bemerken die Menschen meist frühzeitig und meiden eine direkte Begegnung.

Hinweise zu Wolfssichtungen aus der Bevölkerung sind für das Wolfsmonitoring eine wertvolle Hilfe. Bürger im Landkreis Mittelsachsen können Hinweise an die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes (Tel. 03731/7994001, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung (Tel. 035727/57762, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) melden. Auch das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ (Tel. 035772/ 46762, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) nimmt Meldungen entgegen und erteilt Auskünfte zum Thema Wolf.
Mehr Informationen: www.wolf-sachsen.de

Hintergrundinformationen zu auffälligem Wolf im Landkreis Görlitz

07.02.2017:

Seit Mitte November 2016 zeigt sich ein Wolf wiederholt in Siedlungsbereichen des Landkreises Görlitz, vor allem bei der Gemeinde Rietschen. Das Tier hat offensichtlich wiederholt positive Erfahrung mit Nahrung in der Nähe von Menschen gemacht hat und sucht Siedlungen auf der Suche nach Fressbarem gezielt auf. Mit einer gemeinsamen Medieninformation informierten das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und das Landratsamt Görlitz am 19. Januar 2017 über die vorgesehene Entnahme dieses Wolfes.
Seit der Veröffentlichung erreichen das Kontaktbüro, das Landratsamt und das Ministerium zahlreiche Anfragen zu dem Wolf und der geplanten Entnahme. Im Folgenden finden Sie hierzu einige Hintergrundinformationen als PDF: Link Hintergrundinfos zu Pumpak

Mehr Informationen zu der Entscheidung zur Entnahme des Wolfes finden Sie auf der Internetseite des SMUL: Link zu SMUL "Antworten auf häufige Fragen"

Einzelnachweise von Wölfen

21.12.2016

In den vergangenen Tagen sind im sächsischen Wolfmonitoring zwei Nachweise von einzelnen Wölfen außerhalb etablierter Territorien eingegangen. Des Weiteren wurde ein auf tschechischer Seite nahe der Grenze zum Erzgebirgskreis entstandener Fotonachweis bekannt.

Im Landkreis Nordsachsen gelang der Nachweis eines Wolfes. Bei einer Sichtung am 06.12.2016 an der B6 bei Oschatz konnten Fotos des beobachteten Tieres gemacht werden. Die Bewertung der Fotos bestätigt, dass es sich dabei um einen Wolf handelt. Dies ist der erste Nachweis eines Wolfes im Bereich des Wermsdorfer Forstes südlich der Dahlener Heide. Aus diesem Bereich gingen im Laufe der letzten Monate vereinzelte Hinweise auf Wölfe (u.a. Sichtungen, Losungsfunde) beim Wolfsmanagement ein. Auch ein Video, sowie Bilder von automatischen Wildkameras gingen ein, reichten jedoch aufgrund der Unschärfe bislang nicht für einen Beleg.

Genetische Untersuchungen haben bestätigt, dass Anfang November ein Wolf bei Hohnstein in der Sächsischen Schweiz unterwegs war und für einen Nutztierübergriff verantwortlich ist. Am 01.11.2016 wurde bei einem Übergriff in Waitzdorf (Hohnstein, LK Sächsische Schweiz – Osterzgebirge) ein Schaf getötet und ein weiteres verletzt. Die Rissbegutachtung vor Ort hatte den Wolf als wahrscheinlichen Verursacher ergeben. Die Untersuchung von einer genetischen Probe hat einen Wolf bestätigt. Genetikproben, welche an geschädigten Nutztieren genommen wurden, werden im Rahmen des Monitorings nur untersucht, wenn dies im Rahmen von erhöhtem Informationsgewinn als sinnvoll erachtet wird. Die Frage nach dem Verursacher des Schadens wird, ungeachtet der genetischen Untersuchungen, anhand der vorgenommenen Rissbegutachtung beantwortet.

Der Zaun um die betroffene Schafherde bestand aus zwei Stromlitzen. Um das Eindringen eines Wolfes in eine Schafherde möglichst zu vermeiden ist es wichtig, dass stromführende Litzenzäune mit mindestens fünf Litzen ausgestattet sind. Die Abstände sollten zum Boden bzw. zwischen den untersten drei Litzen nicht mehr als 20 cm ausmachen. Fördermöglichkeiten für die Anschaffung stromführender Litzen oder Netzzäune für Schaf–  und Ziegenhalter liegen für den gesamten Freistaat Sachsen vor. Informationen hierzu finden Sie unter (www.wolfsregion-lausitz.de/foerdergebiet).

Außerdem wurde jetzt bekannt, dass direkt angrenzend an den Erzgebirgskreis im Sommer ein Wolf unterwegs war. Ein Fotofallenbild vom 04.07.2016, welches auf tschechischer Seite südlich von Königswalde aufgenommen worden war und dem sächsischen Wolfsmanagement kürzlich zur Verfügung gestellt wurde, zeigt eindeutig einen Wolf. Auf sächsischer Seite liegen aus diesem Bereich keine weiteren Nachweise vor.

Ob es sich bei den Nachweisen von Wölfen in den drei Regionen (Nordsachsen, Sächsische Schweiz, Tschechien an der Grenze zum Erzgebirgskreis) um Einzelnachweise handelt und die Wölfe weiter wandern oder ob die Wölfe in den jeweiligen Bereichen sesshaft werden, wird im laufenden Monitoring weiter geklärt.

Diesbezüglich werden Hinweise aus der Bevölkerung immer gerne angenommen. Vor allem Sichtungen von Wölfen und auch Welpen liefern wichtige Informationen für das Monitoring. So sind dies häufig die ersten Anhaltspunkte für Neuetablierungen aber auch im bestehenden Wolfsgebiet sind sie hilfreich um einzelne Rudel abgrenzen zu können. Bitte melden Sie Wolfshinweise an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772 / 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727 / 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

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