11.07.2014:

Die Nieskyer Wolfsfähe „Greta“ (FT8), die 2013 im Rahmen des Projektes „Wanderwolf“ besendert wurde und das einzige noch funktionierende Senderhalsband trägt, kümmert sich aktuell intensiv um ihre diesjährigen Welpen. Dies lässt sich anhand ihrer im Mai und Juni gesendeten Daten schlussfolgern. Die Wölfin bewegt sich demnach überwiegend kleinräumig und nur selten in Gebieten mit guter Netzabdeckung. Auch zeigen Aufnahmen einer automatischen Wildkamera („Fotofalle“) die Wölfin mit einem deutlichen Gesäuge.

Es liegen noch keine Zahlen zu den diesjährigen Welpen im Nieskyer Rudel vor. Insgesamt nutzte „Greta“ bisher in den 13.5 Monaten ihrer radiotelemetrischen Überwachung ein Territorium von 423 km² MCP100* bzw. 337 km² MCP95**, welches sich von der Südkante des Truppenübungsplatzes Oberlausitz bis nach Görlitz im Süden erstreckt.

Auch die Daubaner Wölfin „Frieda“ (FT9), deren Senderhalsband seit Februar 2014 nicht mehr funktioniert, hat wieder Nachwuchs. Fotos belegen, dass die Wölfin in diesem Jahr mindestens sechs Welpen aufzieht.  

Die Wölfin „Marie“ (FT7), die sich 2013 mit einem Rüden im Raum Rosenthal ein eigenes Revier etablierte und im November 2013 vorzeitig ihren Halsbandsender verlor, zieht vermutlich ebenfalls Welpen auf. Die Hinweise auf Welpen konnten allerdings noch nicht endgültig bestätigt werden.

Das Projekt „Wanderwolf“ ist ein gemeinsames Projekt des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der Projektgruppe „Wanderwolf“, die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht. Ziel des Projekts ist es, Informationen über die Raumnutzung und zum Abwanderungsverhalten der Wölfe zu erheben.

Mehr Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier.

 

* MCP100 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche.

** MCP95 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche, ohne die die 5 Prozent, die am stärksten von den anderen Lokationen abweichen

07.05.2014:

Aktuell sendet nur noch eine im Rahmen des Projektes „Wanderwolf“ besenderte Wölfin (FT8 „Greta“) Daten zu ihrer Raumnutzung. Das Senderhalsband einer zweiten in diesem Projekt besenderten Wölfin (FT9 „Frieda“) fiel im Februar 2014 aus. Fotos belegen, dass die Wölfin nach wie vor das Halsband trägt, es sendet jedoch keine Daten mehr.

FT9 stammt aus dem Daubaner Rudel und übernahm das Territorium nach dem Tod ihrer Mutter im Januar 2012. Sie wurde am 15. Mai 2013 besendert. 2013 zog sie mindestens drei Welpen auf. In den 10.5 Monaten, in denen ihr Halsbandsender funktionierte, nutzte „Frieda“ ein Gebiet von 399 km² MCP100* bzw. 251 km² MCP95**.

Bei FT8, die aktuell den einzig funktionierenden Halsbandsender trägt, handelt es sich um die Fähe des Nieskyer Rudels. Sie stammt aus dem Daubitzer Rudel, ihr Rüde aus einem westpolnischen Rudel. Die Senderdaten der letzten 3 Monate haben keine neuen Erkenntnisse zur Raumnutzung der Fähe geliefert. Insgesamt nutzte „Greta“ bisher in den 10.5 Monaten ihrer radiotelemetrischen Überwachung ein Territorium von 423 km² MCP100* bzw. 337 km² MCP95**, welches sich von der Südkante des Truppenübungsplatzes Oberlausitz bis nach Görlitz im Süden erstreckt.

Das Projekt „Wanderwolf“ ist ein gemeinsames Projekt des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der Projektgruppe „Wanderwolf“, die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht. Ziel des Projekts ist es, Informationen über die Raumnutzung und zum Abwanderungsverhalten der Wölfe zu erheben.

Mehr Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier.

 

* MCP100 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche.

** MCP95 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche, ohne die die 5 Prozent, die am stärksten von den anderen Lokationen abweichen

04.02.2014:

Aktuell senden noch zwei, im Rahmen des Projektes „Wanderwolf" besenderte, Wölfinnen (FT8 und FT9) Daten zu ihrer Raumnutzung. Bei diesen beiden Wölfen handelt es sich jeweils um die Fähe eines Wolfsrudels. Sie liefern wichtige Informationen zur Reviergröße und -nutzung ihrer Rudel. Eine dritte Wölfin (FT7) verlor Anfang November 2013 vorzeitig ihren Halsbandsender.

FT8 („Greta"), die Fähe des Nieskyer Rudels, wurde am 09.05.2013 gefangen und besendert. Das Nieskyer Rudel nutzte bisher schwerpunktmäßig die Flächen nördlich von Niesky. Dort hat es 2013 mindestens vier Welpen aufgezogen. Das gesamte Territorium erstreckt sich von der Südkante des Truppenübungsplatzes Oberlausitz 29 km bis nach Görlitz im Süden. Auch die Krebaer Heide, die ursprünglich zum Nochtener Territorium gehörte, wird von den Nieskyer Wölfen inzwischen intensiv genutzt. Der Biehainer Forst östlich von Niesky gehört allerdings nicht zum Revier der Nieskyer Wölfe, sondern zum Territorium des polnischen Ruszow-Rudels. Insgesamt nutzte die Fähe seit ihrer Besenderung ein Territorium von 415 km² MCP100* bzw. 268 km² MCP95**.

Die Daten der ebenfalls im Mai 2013 (15.05.2013) besenderten FT9 („Frieda"), Fähe des Daubaner Rudels, machten es möglich zeitnah zu verfolgen, wie sich das Territorium des Daubaner Rudels verschob. Im südlichen Teil des ehemaligen Daubaner Territoriums (rings um die Hohe Dubrau) hatte MT5 ein eigenes Territorium (Kollm) etabliert. Als Ausgleich verschoben die Daubaner Wölfe ihr Territorium nach Norden und Westen. Im Daubaner Rudel konnten 2013 drei Welpen nachgewiesen werden. FT9 nutzte seit ihrer Besenderung ein Gebiet von 391 km² MCP100* bzw. 248 km² MCP95**.

FT7 („Marie") wurde am 02.05.2012 als Jährlingsfähe im Milkeler Territorium gefangen und besendert. Die Wölfin hielt sich bis in den Juni 2013 überwiegend in ihrem Elternterritorium auf und nutzte in dieser Zeit ein Streifgebiet von 575 km² MCP100* bzw. 393 km² MCP95**. Im Mai 2013 bekam sie Welpen, die sie jedoch entweder früh verlor oder ihrer Mutter überlies. Ob FT7 sich mit ihrem Stiefvater, dem Milkeler Rüden, oder einem anderen Wolf verpaarte, ist nicht bekannt. Auch das Schicksal der Welpen ist bisher nicht bekannt.
Seit Juli 2013 etablierte FT7 ein eigenes Territorium (Rosenthal). Inzwischen konnte nachgewiesen werden, dass sie dort von einem Rüden begleitet wird. Hinweise, dass das Paar Welpen führt, gibt es nicht. Am 01. November 2013 verlor FT7 vorzeitig ihren Halsbandsender. Durch einen Materialfehler hatte sich das Halsband sieben Monate zu früh geöffnet.
Das von „Marie" im Zeitraum 01.07.2013 bis 01.11.2013 genutzte Gebiet im Bereich Ralbitz-Rosenthal war 520 km² (MCP100*) bzw. 311 km² (MCP 95**) groß.

Das Projekt „Wanderwolf" ist ein gemeinsames Projekt des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der Projektgruppe „Wanderwolf", die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht. Ziel des Projekts ist es Informationen über die Raumnutzung und zum Abwanderungsverhalten der Wölfe zu erheben. Ein weiterer Wolf (MT5) war bereits zuvor im Rahmen einer Managementmaßnahme mit einem Halsbandsender ausgestattet worden.

Besenderter Wolf MT5 sendet nicht mehr

Auch MT5 („Timo"), der bereits vor Gründung der AG „Wanderwolf" besendert worden war, hat seinem Halsbandsender verloren.
Der Wolf war nach einem Verkehrsunfall Anfang Dezember 2011 verletzt eingefangen, tierärztlich behandelt und nach fünfwöchiger Quarantäne am 7. Januar 2012 wieder freigelassen worden. Um den Erfolg der Managementmaßnahme zu überwachen wurde er mit einem Senderhalsband ausgestattet. MT5 integrierte sich wieder völlig in sein Geburtsrudel, das Nochtener Rudel. Ab und zu unternahm der junge Rüde kurze Ausflüge in benachbarte Territorien, kehrte jedoch immer wieder rasch in sein Elternterritorium zurück. Von Januar bis September 2012 betrug sein Streifgebiet 442 km² MCP100* bzw. 106 km² MCP95**. Das erheblich kleinere MCP95 verdeutlicht, dass die Ausflüge selten waren, die meiste Zeit blieb der junge Rüde zu Hause.
Ab Oktober 2012 unternahm „Timo" vom elterlichen Territorium aus häufiger Exkursionen in das Daubaner Territorium. Schließlich etablierte er Anfang 2013 ein eigenes Territorium (Kollm) im Gebiet um die Hohe Dubrau. Fotofallenaufnahmen aus dem Sommer belegen, dass er dort eine eigene Familie, das Kollmer Rudel gegründet hat. Dieser Bereich hatte ursprünglich zum Territorium des Daubaner Rudels gehört.
Anfang Januar 2014 verlor MT5, nach zweijähriger Sendezeit, planmäßig sein Senderhalsband, welches geborgen werden konnte. Der Sender hatte in den zwei Jahren Daten häufig nur lückenhaft gesendet. Durch die Bergung des Halsbandes war es möglich alle auf dem Halsband gespeicherten Daten auszulesen und nachträglich auszuwerten. Von Januar 2013 bis Anfang Januar 2014 nutzte MT5 ein 149 km² (MCP100*) bzw. 94 km² (MCP95**) großes Territorium.

* MCP100 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche.
** MCP95 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche, ohne die die 5 Prozent, die am stärksten von den anderen Lokationen abweichen

Abb. 1: Die Streifgebiete (MCP100*), sowie die Häufung der aktuellen Lokationen (Kernels) der besenderten Wölfe. Je dunkler der Kernel-Bereich, desto häufiger dort Lokationen stattgefunden haben.

12.11.2013

Revierverschiebungen und Neuetablierungen bei den besenderten Wölfen

Im Rahmen des Projektes „Wanderwolf“, einem gemeinsamen Projekt des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der Projektgruppe „Wanderwolf“, die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht, wurden bisher drei Wölfe besendert. Ziel des Projekts ist es Informationen über die Raumnutzung und zum Abwanderungsverhalten der Wölfe zu erheben.

Wolfsterritorien sind nicht statisch, ihre Grenzen werden immer wieder neu abgesteckt. Verschiebt ein Rudel sein Territorium, kann das eine Art Domino-Effekt auf die Reviere der benachbarten Wolfsfamilien haben.

In Gebieten mit flächendeckender Wolfsverbreitung ist das Zusammenspiel verschiedener Monitoringmethoden, wie Suche nach Anwesenheitshinweisen (Spuren- und Kotsuche, Fotofallen, Risse), genetischen Untersuchungen und Telemetrie notwendig, um nicht nur die Anwesenheit von Wölfen nachzuweisen, sondern auch festzustellen, wie viele Wolfsfamilien in einem Gebiet leben. All diese Methoden liefern einzelne Puzzleteile, die jedes Jahr aufs Neue zusammengesetzt werden müssen, um ein möglichst vollständiges Bild der Populationsentwicklung zu erhalten. Die Telemetrie-Daten der besenderten Wölfe lieferten nun zeitnah aufschlussreiche Informationen über Verschiebungen einzelner Rudelterritorien.

Die junge Wölfin „Marie“ (FT7) aus dem Milkeler Wolfsrudel, welche im Mai 2012 besendert wurde, hielt sich noch bis Juni 2013 in ihrem Geburtsterritorium auf. Erst im Alter von 26 Monaten verlies sie dieses und etablierte  im Bereich zwischen Königswartha und der Königsbrücker Heide (Raum Rosenthal) ein eigenes Revier. Noch ist ihr Status (Rudel, Paar, residenter Einzelwolf) unklar. Fotofallenaufnahmen (selbst auslösende Kameras) legen nahe, dass sie von einem zweiten Wolf begleitet wird. „Marie“ hat im Mai diesen Jahres, noch im elterlichen Territorium, Welpen geworfen. Ob diese überlebt haben, ist bisher unklar. Bisher gibt es keine Bestätigung für die Anwesenheit von Welpen in dem neuen Rosenthaler Territorium (RT siehe Karte). In der Nacht vom 01. auf den 02. November verlor die Wölfin ihr Halsband. Ein Materialfehler hatte zum vorzeitigen Ablösen geführt. Das daraufhin ausgelöste Signal veranlasste die Wolfsforscherinnen von LUPUS zur Nachsuche, wobei das Halsband geborgen werden konnte. Vom 01.07.2013 bis zum 01.11.2013 nutzte „Marie“ ein 520 km² (MCP100*) bzw. 311 km² (MCP95**) großes Gebiet.

Die im Mai 2013 besenderte Wölfin “Greta“ (FT8), die Fähe des Nieskyer Rudels, nutzte bisher schwerpunktmäßig die Flächen nördlich von Niesky, wo sie dieses Jahr mindestens vier Welpen aufgezogen hat. Ihr Territorium erstreckt sich von der Südkante des Truppenübungsplatzes Oberlausitz im Norden bis etwa nach Görlitz im Süden. Auch die Königshainer Berge, südlich der A4, gehören zum Nieskyer Territorium. Da die Autobahn A4 im Bereich der Königshainer Berge über mehrere Kilometer durch einen Tunnel führt, stellt sie in diesem Gebiet für Wildtiere kein Hindernis dar. Die Telemetriedaten haben zudem gezeigt, dass das Nieskyer Rudel die Krebaer Heide nun für sich beansprucht. Dieses Gebiet gehörte jahrelang zum Territorium des Nochtener Rudels. Dagegen scheint der Biehainer Forst östlich von Niesky nicht zum Nieskyer Territorium zu gehören. Die hier im Winter eingesammelten Genetikproben konnten den Rüden des polnischen Ruszow-Rudels zugeordnet werden, welches somit grenzübergreifend aktiv ist. Insgesamt hat das Territorium des Nieskyer Rudels bisher eine Nord-Süd-Ausdehnung von 29 km und ist 388 km² (MCP100*) bzw. 212 km² (MCP95**) groß.

Die zweite im Mai 2013 besenderte Fähe „Frieda“ (FT9) ist ein Nachkomme aus dem Daubaner Rudel, was nun die genetische Untersuchung ergeben hat. Sie hat nach dem Tod ihrer Mutter im Januar 2012 zusammen mit einem jungen Rüden, dessen Herkunft noch ungeklärt ist, das elterliche Territorium übernommen. Auch das Gebiet des Daubaner Rudels hat sich verschoben, was durch die Besenderung der Fähe deutlich wurde. Im Süden wurde das Daubaner Territorium durch die Neugründung des Kollmer Rudels (siehe MT5) beschnitten. Dafür erweiterten die Daubaner Wölfe ihr Territorium nach Norden und Westen. Im Norden nutzen sie nun Gebiete des Nochtener Rudels. Im Westen drang „Frieda“ bis nach Königswartha in den Südteil des Milkeler Territoriums vor. Hier waren „Marie“ und „Frieda“ einige Zeit abwechselnd unterwegs. Seit September war „Frieda“ jedoch nicht mehr in der Region, sodass vermutlich „Marie“ dieses Gebiet für sich beanspruchen konnte.

„Frieda“ zieht dieses Jahr mindestens drei Welpen auf und nutzte bisher ein Gebiet von 358 km² (MCP100*) bzw. 249 km² (MCP95**).

Ohne die Telemetrie-Daten hätten die Forscherinnen von den Verschiebungen der Nieskyer und Daubaner Wolfsterritorien, sowie die Neu-etablierung des Kollmer Rudels nicht oder erst sehr viel später erfahren. Alle diese Gebiete waren bereits Teil des einen oder anderen Wolfsterritoriums, sodass die Anwesenheit von Wölfen in den Gebieten nichts Neues war. Erst über genetische Untersuchungen hätte man vielleicht Hinweise darauf bekommen, dass in diesen Gebieten andere als die bisher bekannten Tiere unterwegs sind.

Mehr Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier.

 

Besenderter Wolf „Timo“ (MT5) gründete das Kollmer Rudel

Der besenderte Wolf „Timo“ (MT5), ein männlicher Jungwolf aus dem Nochtener Rudel, hält sich seit Anfang des Jahres überwiegend im Gebiet der Hohen Dubrau auf. Fotofallenaufnahmen aus dem Sommer zeigen, dass er eine eigene Familie gegründet hat und dieses Jahr mindestens einen Welpen aufzieht. Die neue Wolfsfamilie erhielt die Bezeichnung „Kollmer Rudel“ (KO siehe Karte).

Das von ihm seit dem 01.01.2013 genutzte Gebiet, ohne seinem Ausflug in den Daubaner Wald im März, ist mit 99 km² (MCP 100*) das Kleinste der bisher untersuchten Wolfsterritorien in Deutschland.

MT5 ist nicht im Rahmen der AG „Wanderwolf“ besendert worden. Der Wolf war nach einem Verkehrsunfall Anfang Dezember 2011 verletzt eingefangen, tierärztlich behandelt und am 7. Januar 2012 mit Halsbandsender wieder freigelassen worden (Kontaktbüro berichtete).

 

* MCP100 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche.

** MCP95 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche, ohne die die 5 Prozent, die am stärksten von den anderen Lokationen abweichen

Abb. 1: Die Häufung der aktuellen Lokationen (Kernels) der besenderten Wölfe und die ungefähre Lage der jetzigen Territorien. Je dunkler der Kernel-Bereich, desto häufiger haben dort Lokationen stattgefunden. 

23.07.2013:

Im Rahmen des Projektes „Wanderwolf“, einem gemeinsamen Projekt des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der Projektgruppe „Wanderwolf“, die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht, sind momentan drei Wölfe besendert.

Die junge Wölfin „Marie“ (FT7) aus dem Milkeler Wolfsrudel, welche im Mai 2012 besendert wurde, ist jetzt über 2 Jahre alt und hält sich weiterhin überwiegend im Territorium ihrer Eltern auf. Die Senderdaten von FT7 im Mai / Anfang Juni lassen darauf schließen, dass sich die Fähe häufig in einer Höhle befand und Welpen hatte. Inzwischen konnten durch die Biologinnen des Wildbiologischen Büro LUPUS auch die in der ersten Maihälfte genutzte Wurfhöhle gefunden werden. Derzeit ist unklar, ob die Welpen noch am Leben sind; die Senderdaten geben keinen Anhaltspunkt darauf, dass die Wölfin noch immer Welpen versorgt.

In der Regel leben Wölfe in Kleinfamilien bestehend aus den beiden Elterntieren mit ihren Nachkommen. Die meisten Jungtiere wandern im Alter von 1-2 Jahren ab, oft bevor sie die Geschlechtsreife erreichen. Einzelne Individuen können aber auch drei Jahre und länger in ihrem Elternrudel bleiben. Gelegentlich kommt es vor, dass in einem Rudel mehr als ein Wurf Welpen aufgezogen wird. Aus Nordamerika gibt es viele Beispiele dafür, so kommt dies im Yellowstone Park regelmäßig in einzelnen Rudeln vor (Yellowstone Wolf Project). Die Wissenschaftler sind sich einig, dass die Grundlage dafür eine hohe Nahrungsverfügbarkeit ist, ansonsten würde die Wolfsfähe keine weitere erwachsene Fähe neben sich im Rudel dulden, auch nicht eine Tochter. Ist genügend Nahrung für alle vorhanden, werden auch ältere Nachkommen im Territorium geduldet. In solchen Fällen kann es dazu kommen, dass z.B. eine bereits erwachsene Tochter ebenfalls Welpen aufzieht. Der Vater dieser Welpen kann ein herumwandernder Wolf sein oder ein sogenannter Adoptivwolf, der eine Weile im Rudel mitläuft. Kommt der Vaterrüde eines Rudels um und wird durch einen neuen männlichen Wolf ersetzt, so kann dieser sich theoretisch sowohl mit der Fähe des Rudels paaren als auch, wenn vorhanden, mit einer erwachsenen Tochter. Diese Konstellation besteht derzeit im Milkeler Rudel. Der aktuelle Milkeler Rüde ist der Stiefvater von FT7. Ob er auch der Vater ihrer Welpen ist, ließe sich nur anhand von Genetikproben von Maries Welpen feststellen.

Die Telemetriedaten von FT7 und der Fund der Wurfhöhle belegen, dass sie Nachwuchs hat(te); ob dieser noch am Leben ist, ist derzeit unklar. Sollte auch Maries Mutter, die Milkeler Fähe, Welpen aufziehen (der Nachweis steht noch aus), so ist dies der bisher erste nachgewiesene Fall eines Mehrfachwurfes in Deutschland.

Seit ihrer Besenderung am 02.05.2012 nutzte „Marie“ ein 573 km² großes Gebiet (MCP100*). Von Anfang Januar bis Ende Juni 2013 betrug dieses Gebiet 411 km², im Mai nutzte sie davon nur 4.6 km².

Im Mai 2013 wurden durch die Biologinnen von LUPUS zwei weitere Wölfinnen im Rahmen des Projektes besendert. Bei beiden Tieren handelt es sich jeweils um die Altwölfin (Fähe) eines sächsischen Wolfsrudels: die Nieskyer Fähe, „Greta“ (FT8), und die Daubaner Fähe, „Frieda“ (FT9).

FT8 lieferte lange keine Senderdaten, vermutlich weil sie sich in dieser Zeit viel in der Höhle aufhielt. Seit Mitte Juni sendet die Wölfin regelmäßig und auch die Lokationen seit ihrem Fang wurden nachgeschickt. Die Lokationen von Mai und Juni lassen vermuten, dass sie im Mai und Juni verschiedene Höhlenstandorte nutzte. Vom 09.05. bis 30.06.2013 nutzte „Greta“ ein Gebiet von 149 km² (MCP100*).

Die Daubaner Wölfin, „Frieda“ (FT9), sendete im Gegensatz zu „Greta“ bereits wenige Tage nach ihrer Besenderung, obwohl auch sie sich zunächst überwiegend in der Höhle bei den Welpen aufhielt. Außerdem unternahm „Frieda“ schon bald weite Ausflüge. Insgesamt war FT9 häufiger und länger von den Welpen entfernt als FT8 und nutzte mit 238 km² (MCP100* 14.05. – 30.06.2013) ein deutlich größeres Gebiet als FT8.

 

Besenderter Wolf MT5 hält sich weiterhin in der Hohen Dubrau auf

Der besenderte Wolf MT5, ein männlicher Jungwolf aus dem Nochtener Rudel, hält sich seit Anfang des Jahres überwiegend im Gebiet der Hohen Dubrau auf, am südlichen Rand des Daubaner Wolfterritoriums. Das von ihm seit dem 01.01.2013 genutzte Gebiet ist 123 km² groß (MCP100*).

MT5 ist nicht im Rahmen der AG „Wanderwolf“ besendert worden. Der Wolf war nach einem Verkehrsunfall Anfang Dezember 2011 verletzt eingefangen, tierärztlich behandelt und am 7. Januar 2012 mit Halsbandsender wieder freigelassen worden (Kontaktbüro berichtete).

* MCP100 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche.

Abb.1: Die Streifgebiete der besenderten Wölfen FT7 (rot), MT5 (grün), FT8 (gelb) und FT9 (blau) seit Januar bzw. Mai 2013.

{linkr:none}