Wölfe in Sachen

Der Wolf war ursprünglich eines der am weitesten verbreitete Säugetiere der Welt. Zu seinem Verbreitungsgebiet gehörten ganz Europa, weite Teile Asiens sowie Nord- und Mittelamerika. Der Wolf war also fast auf der gesamten nördlichen Hemisphäre flächendeckend beheimatet. In weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes, besonders in Westeuropa und Nordamerika, wurde der Wolf durch menschliche Verfolgung ausgerottet. Größere zusammenhängende Wolfsbestände sind nur noch in Russland, Kanada und Alaska zu finden. Heute leben auf der Welt schätzungsweise ca. 170.000 Wölfe.

IUCN (International Union for Conservation of Nature) 2010. Canis lupus. The IUCN Red List of Threatened Species. Version 2014.3

IUCN www.iucnredlist.org

Verbreitung in Europa

Der Wolf war früher in ganz Europa verbreitet. In vielen Gebieten West- und Mitteleuropas wurde die Art durch menschliche Verfolgung ausgerottet oder auf wenige, isolierte Vorkommen zurück gedrängt. Erst in den 1970er und 1980er Jahren erfolgte ein Umdenken und der Wolf wurde in vielen europäischen Ländern unter Schutz gestellt, um eine weitere Abnahme der Bestände zu verhindern. 
Heute ist der Wolf in vielen europäischen Ländern geschützt; die Bestände erholen sich und breiten sich wieder aus. In Folge dessen beginnen Wölfe ehemalige Lebensräume wieder zu besiedeln, aus denen sie vor langer Zeit ausgerottet wurden. Dieser Prozess findet derzeit in mehreren Gebieten Europas statt. 
 
Wolfspopulationen in Europa
Heute leben in Europa schätzungsweise über 12.000 Wölfe in 10 Populationen (Chapron et al. 2014), die zum Teil von einander isoliert sind. Da Tiere sich nicht um die administrativen Grenzen des Menschen kümmern, ist es sinnvoll die Bestände in biologische Einheiten, die Populationen, einzuteilen. Populationen sind Fortpflanzungseinheiten mit einem mehr oder minder kontinuierlichen Verbreitungsgebiet. Das heißt, die Wölfe in Europa werden vor allem anhand der zwischen den Beständen klaffenden räumlichen Lücken, verschiedenen Populationen zugeteilt. In einzelnen Fällen erfolgt die Unterteilung auch auf Grund von unterschiedlichen Managementregimen oder wenn wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass es trotz räumlicher Nähe zwischen benachbarten Beständen kaum Austausch gibt.
In der Regel sind benachbarte Populationen über einzelne Individuen die von einer Population in die andere wandern, genetisch miteinander verbunden. Biologen sprechen bei diesen im genetischen Austausch stehenden Populationen von einer Metapopulation („Population von Populationen“). Für Europa hat die Large Carnivore Initiative for Europe 10 Wolfspopulationen unterschieden (siehe Karte). Einige davon sind genetisch völlig isoliert (z.B. die Iberische), während andere in einem gewissen genetischen Austausch miteinander stehen. Die Wölfe in Deutschland zählen mit den Wölfen in West- und Mittelpolen zu der Central European Lowland Population, zu Deutsch Mitteleuropäische Flachlandpopulation. 


Aktuelle Wolfsverbreitung in Europa (Large Carnivore Initiative for Europe, aus KACZENSKY ET AL., 2013).

Die dunkelgrauen Flecke zeigen permanentes Vorkommen, die hellgrauen Flecke sporadisches Vorkommen. Die blauen Namen geben die jeweiligen Teilpopulationen an.