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Wölfe sind vorsichtig und gehen den Menschen in der Regel aus dem Weg. Damit die Aktivitäten der schwierig zu beobachtenden Tiere und ihre Gewohnheiten studiert werden können haben sich 2012 verschiedene Institutionen zusammengetan und ein Forschungsprojekt dazu in Auftrag gegeben. Ziel des Projektes „Wanderwolf“ ist es, Informationen über die Raumnutzung und zum Abwanderungsverhalten der sächsischen Wölfe zu erheben. Im Rahmen des zunächst dreijährigen Projektes sollen jährlich bis zu fünf Wölfe mit Halsbandsendern ausgestattet werden, um regelmäßig Daten zum Aufenthaltsort der entsprechenden Wölfe zu erhalten.

Das Projekt „Wanderwolf“ wird auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der Projektgruppe „Wanderwolf“ bestehend aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) durchgeführt. Die Kooperationspartner beteiligen sich zu gleichen Teilen an diesem Projekt.

Das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland wurde 2012 durch die Kooperationspartner beauftragt, im Rahmen des Monitorings, die Wölfe mit den entsprechenden Halsbandsendern zu versehen und eingehende Daten zu erfassen und auszuwerten.

In den Jahren 2009 bis 2011 wurde bereits eine Pilotstudie zu diesem Thema im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz (BfN) von LUPUS durchgeführt. Im Rahmen dieses Forschungs- und Entwicklungsvorhabens wurde sechs Wölfen (zwei erwachsene und vier Welpen) ein GPS-GSM Halsbandsender angelegt. Die Ergebnisse aus diesem Pilotprojekt führten zu wichtigen Erkenntnissen über das Raum-Zeitverhalten, die Revier-Nutzung und zur Abwanderung von Wölfen in Deutschland, machten jedoch gleichzeitig deutlich, dass wesentlich mehr Daten benötigt werden, um allgemeine Aussagen treffen zu können.

Mit Hilfe der Telemetrie-Daten lassen sich genauere Informationen über die Größe und Nutzung der Wolfsterritorien in der Lausitz ermitteln. So können Informationen darüber gewonnen werden, welche Gebiete die Wölfe innerhalb ihres Territoriums besonders häufig als Rückzugsraum oder als Aufzuchtort der Welpen nutzen. Die Projektpartner versprechen sich von diesen Daten, Rückschlüsse z.B. über die Gefährdung von Jungwölfen durch den Straßenverkehr oder auch Einblicke in das Ausbreitungsverhalten der Wölfe ziehen zu können. Außerdem lassen sich auf diese Weise mögliche Verschiebungen von Wolfsterritorien zeitnah nachvollziehen, was ohne Telemetrie nur sehr schwierig wäre.

Im Rahmen des Projektes „Wanderwolf“ wurden drei Wölfe besendert:

Wolf 1 (FT7, „Marie")

Wolf 2 (FT8, "Greta")

Wolf 3 (FT9, "Frieda")

Mittlerweile sind die Halsbandsender alle ausgefallen und das Projekt “Wanderwolf” ist abgeschlossen. Die Projektergebnisse sollen in der nächsten Zeit veröffentlicht werden.
 
Weitere Informationen (Methode und Datenauswertung) zu dem Projekt "Wanderwolf" finden Sie hier.
 

Mehr Informationen zu den Projektpartnern: