Wölfe in Sachen

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Die Lausitz ist eine Region, die den Osten des Freistaats Sachsen, das südliche Brandenburg und Teile der polnischen Woiwodschaften Niederschlesien und Lebus umfasst. Sie unterteilt sich in die Ober- und die Niederlausitz. Der Schwerpunkt des gegenwärtigen Verbreitungsgebiet des deutschen Wolfsvorkommens befindet sich in der Lausitz und umfasst fast die gesamte Oberlausitz (Sachsen) sowie Teile der Niederlausitz (Süd-Brandenburg).
 
In der Oberlausitz befinden sich mehrere Natura 2000 Gebiete, wie z.B. der Truppenübungsplatz Oberlausitz, das Niederspreer Teichgebiet, die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und die Königsbrücker Heide. Natura 2000 ist ein Netzwerk von Schutzgebieten, das in der EU nach der FFH- und Vogelschutzrichtlinie errichtet wird. In das Netz werden ausgewiesene Gebiete integriert, die gefährdeten heimischen Pflanzen- und Tierarten und ihren natürlichen Lebensräumen einen länderübergreifenden Schutz bieten sollen. 
 
Die Muskauer Heide befindet sich im Norden der Oberlausitz und ist das größte Binnendünengebiet Deutschlands. Die Landschaft ist von ausgedehnten Kiefernwäldern mit Zwergstrauchheiden, Trockenrasen und Heidemooren geprägt. Über 16.300 ha der Muskauer Heide ist als Truppenübungsplatz Oberlausitz ausgewiesen. Bis zu 12 Meter mächtige Braunkohleflöze, welche die Muskauer Heide über weite Strecken unterlagern, werden durch die Tagebaue Nochten und Reichwalde erschlossen. Der Energiekonzern Vattenfall Europe fördert in den Tagebauen Nochten und Reichwalde bis zu 33 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr.
Südlich des Truppenübungsplatzes Oberlausitz befindet sich die Gemeinde Rietschen mit Sitz des Kontaktbüros "Wölfe in Sachsen". In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei weitere ausgewiesene Schutzgebiete, die Raklitza und Teiche bei Rietschen und das Niederspreer Teichgebiet. Diese Naturräume mit strukturreichen Teichen, Mooren, Eichenmischwäldern und Trockenrasen bieten bedeutende Lebensräume für zum Teil sehr seltene Tier- und Pflanzenarten (z.B. Seeadler, Rohrdommel, Fischotter, Steinbeißer oder Große Moosjungfer). 

Südwestlich an die "Muskauer Heide", schließt sich im pleistozän überformten Tiefland das "Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet" an. Diese größte Teichlandschaft Deutschlands stellt eine Kulturlandschaft mit über 1000 von Menschen geschaffenen Fischteichen dar. Begünstigt durch die geringe Siedlungsdichte und die Teichwirtschaft ist hier eine bemerkenswerte Naturausstattung erhalten geblieben, in welcher z.B. Seeadler, Kranich und Fischotter noch stabile Populationen aufweisen.
Das Biosphärenreservat "Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft" befindet sich mit einer Fläche von ca. 30.000 ha im Zentrum dieses Teichgebietes.
 
Bei ansteigendem Gelände schließen sich südlich die großflächigen Landschaftsformen "Oberlausitzer Gefilde" und "Südöstliche Oberlausitz" an. Insbesondere das Oberlausitzer Gefilde stellt ein Altsiedelgebiet dar, dessen landwirtschaftliche Nutzung, begünstigt durch Lössböden, bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. In der südöstlichen Oberlausitz sind zahlreiche Basaltberge mit reichhaltiger Naturausstattung und schönen Aussichten zum Besuch zu empfehlen. 

Besondere Beachtung sollte der Besucher den oft auch als Perlen der Oberlausitz bezeichneten Städten des "Sechs-Städte-Bundes" (im Jahr 1346 gegründeter spätmittelalterlicher Wehrbund) schenken. Mit Kamenz, Bautzen, Löbau, Görlitz und Zittau befinden sich heute noch fünf dieser Städte auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. All diesen Städten sind eine lange, wechselvolle Geschichte und gut erhaltene mittelalterliche Stadtkerne gemein. Bautzen, die Stadt der Türme, ist mit Ihrer Lage am Kerbtal der Spree besonders reizvoll. Die Umgebung von Bautzen und Kamenz ist für ihre von der sorbischen Bevölkerung am Leben gehaltenen Ostertraditionen bekannt.
Die Stadt Görlitz hat im Zuge der Altstadtsanierung in den letzten Jahren wieder einen besonderen Glanz erlangt und ist mit seinen prunkvollen Bauten, welche vor allem der Spätgotik, der Renaissance und dem Jugendstil zuzuordnen sind, von besonderem Reiz für architektonisch interessierte Besucher.

Der Süden der Oberlausitz ist schließlich von Bergländern geprägt, wobei die Naturräume des "Oberlausitzer Berglandes" und des "Zittauer Gebirges" zu nennen sind. Das Oberlausitzer Bergland ist durch sanfte Bergzüge und weite Täler mit Waldhufendörfern geprägt. Besonders sehenswert und reizvoll sind die nur im Dreiländereck von Oberlausitz, Tschechien und dem polnischen Teil Niederschlesiens anzutreffenden "Umgebindehäuser", einer Kombination aus fränkischem Fachwerk und slawischer Blockbauweise.
Das Oberlausitzer Bergland ist ein traditionelles Wandergebiet. Zahlreiche Berge sind von Aussichtstürmen und Bergbauden aus dem späten 19. Jahrhundert gekrönt. Die Ausblicke reichen bis zum Osterzgebirge, dem Zittauer Gebirge und sogar zum Jeschken in Tschechien und ins Riesengebirge.
Im grenzüberschreitenden Zittauer Gebirge erreicht die Oberlausitz nahezu 800m Höhe über dem Meeresspiegel. Die Schneesicherheit macht das Zittauer Gebirge zu einem beliebten Wintersportgebiet.