Wölfe in Sachen

13.10.2014:

In der Nacht zum 30.09.2014 wurde bei Nieska (Landkreis Meißen) ein Schaf mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem oder mehreren Wölfen getötet. Das Schaf wurde außerhalb der umzäunten Koppel gerissen. Bei einem zweiten Fall am 02.10.2014 bei Nauwalde wurde ein Schaf getötet. Auch hier ist der Wolf als Verursacher nicht auszuschließen.

Beide Orte liegen in der Nähe der Gohrischheide. Im Großraum um die Gohrischheide gab es im letzten Winter einzelne Hinweise auf einen Wolf in Form von Sichtungen. Einen Beleg für die Anwesenheit von Wölfen konnte bisher aber nicht erbracht werden. Die nächstgelegenen Wolfsrudel haben ihre Territorien östlich der A13 in der Königsbrücker Heide bzw. in der Laußnitzer Heide. Das Wolfsmonitoring, die Suche nach Spuren, Losungen und Rissen, sowie der Einsatz von Fotofallen, wird jetzt in der Gohrischheide intensiviert. So soll der Frage nachgegangen werden, ob sich dort ein neues Wolfsvorkommen etabliert hat.

Zur Vorbeugung von Schäden sollten vor allem Schaf- und Ziegenhalter den aktuellen Schutz ihrer Tiere prüfen. Als effektiver Schutz gegen Wölfe haben sich bisher mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten.
Bei Festkoppeln (stationäre Holz- oder Maschendrahtzäune) ist eine Mindesthöhe von 1,20 m und vor allem ein fester Bodenabschluss wichtig. Wer die Möglichkeit hat, der sollte seine Tiere in einem festen Stall über Nacht unterbringen.
Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen im Wolfsgebiet fördern zu lassen. Wenn Tierhalter bei der täglichen Kontrolle ihre Nutztiere tot vorfinden und die Vermutung besteht, dass ein Wolf der Verursacher sein könnte, dann ist zeitnah (innerhalb von 24 h) das zuständige Landratsamt zu informieren, damit eine Begutachtung vor Ort organisiert werden kann.

Bei Fragen zu den Schutzmaßnahmen und zur Förderung zum präventiven Herdenschutz stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter 035932/36531 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.