Wölfe in Sachen

13.01.2014:

Am Freitagabend, den 10.01.2014, wurde in Hoyerswerda ein männlicher Schäferhundmischling durch mehrere Bisse getötet. Der Hund befand sich in einem umzäunten Außenbereich seines Zwingers in einer Tierpension. Eine Hündin im direkt angrenzenden, aber separat abgetrennten, Außenbereich wies eine Verletzung am Ohr auf. Noch ist unklar wer die tödlichen Bisse verursacht hat. Um zu klären ob möglicherweise ein Wolf als Verursacher in Frage kommt, wurden genetische Proben genommen und der Kadaver zur weiteren Untersuchung an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin gebracht. Laut ersten Untersuchungen im IZW gab es den, durch den vor Ort anwesenden Tierarzt auf Grund der äußeren Sichtmerkmale, vermuteten gezielten Drosselbiss nicht. Der Kehlkopf (Drossel) war von den im Halsbereich vorgefundenen Bissverletzungen unberührt. Mit den abschließenden Ergebnissen der Obduktion und der genetischen Untersuchungen wird in etwa 10 Tagen gerechnet. Das Kontaktbüro wird berichten.

Ein vergleichbarer Fall, bei dem ein durch einen Zaun geschützter Hund getötet wird, ist dem Wolfsmanagement nicht bekannt.

Zwischenfälle mit Hunden und Wölfen kann es im Wolfsgebiet geben, weil Wölfe Hunde häufig als Artgenossen ansehen. In der Regel kommt es zu solchen Zusammenstößen, wenn Hunde sich alleine im Gelände bewegen und dort auf Wölfe treffen, welche die Hunde als Eindringling in ihrem Revier sehen. Beispielsweise gibt es in Schweden jährlich mehrere solcher Vorfälle, die meisten davon bei der Elchjagd. Gelegentlich werden auch Hofhunde, die an der Kette gehalten werden, von Wölfen getötet und teilweise gefressen.

In Deutschland gab es bisher einen Zwischenfall bei dem ein Hund nachweislich von einem Wolf getötet wurde. Im Jahr 2005 hatte ein Jagdhund in Sachsen die Witterung einer Wölfin aufgenommen und sich unbemerkt von seinem Besitzer entfernt. Offenbar verfolgte er die Wölfin und stellte sie, wobei der Hund mehrere Bisswunden erlitt. Der Hund kam noch zu seinem Besitzer zurück, konnte aber vom Tierarzt nicht mehr gerettet werden.

Hoyerswerda gehört zum Einzugsbereich des Seenlandrudels, einem von 15 nachgewiesenen Wolfsrudeln  oder –paaren in der sächsisch-brandenburgischen Lausitz.