Kontaktbüro

08.09.2017:

Im Spätsommer und Herbst ist vermehrt auf einen guten Herdenschutz zu achten, da es hier erfahrungsgemäß vermehrt zu Übergriffen auf Nutztiere kommt. Dieses saisonale Muster, ist aus Deutschland und anderen europäischen Wolfsgebieten bekannt.
Tierhalter, die ihre Schafe und Ziegen nicht über Nacht einstallen können, sollten gerade jetzt ihre Schutzmaßnahmen überprüfen bzw. Schwachstellen zeitnah beseitigen, um Verluste von Nutztieren durch Wölfe möglichst zu verhindern.

Die Umzäunungen dürfen keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten und alle Seiten der Koppeln müssen geschlossen sein – über offene Gräben oder Gewässer können Wölfe leicht eindringen. Außerdem sollte die Koppel nicht zu klein sein, damit die Tiere selbst bei einem versuchten Übergriff durch einen Wolf genügend Platz zum Ausweichen haben und nicht aus der Koppel ausbrechen.
Stromführende Zäune mit einer Höhe von 100 cm bis 120 cm bieten einen wirksamen Schutz, da ein schmerzhafter Stromschlag den Wolf in der Regel abschreckt. Sowohl Netzzäune als auch stromführende Litzenzäune (mit mindestens fünf Litzen) sind geeignet. Bei den Elektrozäunen ist auf eine ausreichende Spannung (mind. 2.500 V) und eine gute Erdung zu achten. Die Zäune müssen gut gespannt sein, sodass sie die empfohlene Höhe auf der gesamten Koppellänge aufweisen und keine Möglichkeiten zum leichten Einspringen an durchhängenden Stellen bieten.

Im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels sind Schaf- und Ziegenhalter weiterhin dazu aufgerufen, einen Elektrozaun in Kombination mit einem „Flatterband“ (Breitbandlitze) zu verwenden, da sich dies als effektive Maßnahme gegen das Überspringen bewährt hat. Das „Flatterband“ ist eine i.d.R. nicht stromführende Breitbandlitze, die ca. 20 - 30 cm über dem Elektrozaun angebracht wird, so dass sie frei in der Luft hängt (s. Foto). Der Zaun wird dadurch optisch erhöht und dem Wolf wird es erschwert, die Höhe des Hindernisses abzuschätzen. Größere Schäfereibetriebe können alternativ zum „Flatterband“ auch Herdenschutzhunde einsetzen.
Als Tierhalter im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels können Sie das benötigte Material (Breitbandlitze, Weidepfähle) auch in diesem Jahr wieder kostenfrei bei der Biosphärenreservatsverwaltung ausleihen (Kontakt: siehe unten).
Diese zusätzliche Schutzmaßnahme ist im Gebiet des Rosenthaler Territoriums voraussichtlich bis Ende Dezember 2017 notwendig. Über eine Verlängerung dieses Zeitraumes wird zeitnah informiert.

Bei einem Nutztierriss in Cunnewitz am 27.08.2017 (die Presse berichtete) war die betreffende Weide nicht wie empfohlen gesichert. An einem vorhandenen Festzaun wurde auf der Innenseite ein Elektrozaun aufgestellt, der sich sehr nah hinter dem Festzaun befand. Die vom Wolfsmanagement bereits 2016 an den betroffenen Tierhalter ausgesprochene Empfehlung, einen Elektrozaun mit „Flatterband“ (20-30 cm darüber) im Abstand von mind. 3 m zum Festzaun aufzubauen, wurde nicht umgesetzt. Diese Maßnahme wird allen Tierhaltern mit vergleichbaren Haltungsbedingungen im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels empfohlen. Der Abstand zwischen Festzaun und Elektrozaun ist deshalb erforderlich, damit nicht beide Zäune gleichzeitig überwunden werden und der Elektrozaun mit „Flatterband“ seiner Schutzwirkung überhaupt gerecht werden kann.
Festzäune aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material werden seitens des Wolfsmanagements für Schafe und Ziegen nicht empfohlen, da sie anders als Elektrozäune beim Versuch, sie zu überwinden, keinen Schmerz verursachen. Erfahrungsgemäß können sie von Wölfen leicht untergraben oder übersprungen bzw. überklettert werden. Die Schutzwirkung von „Flatterband“ in Kombination mit Festzäunen ist fraglich, weshalb davon abgeraten wird. Da der Zaun selbst kaum ein Hindernis darstellt, besteht hier sogar die Gefahr, dass Wölfe die Vorsicht vor „Flatterband“ verlieren.
Am 05.09.2017 wurde bei einem Nutztierriss in Schönau bei Cunnewitz ein Schaf getötet. Bei der Begutachtung des Schadens konnte nicht festgestellt werden, dass ein Wolf den stromführenden Litzenzaun, über welchem ein „Flatterband“ gespannt war, übersprungen hat. Der Zaun war teilweise nach außen niedergedrückt und Schafe aus der Koppel ausgebrochen. Auch das tote Schaf befand sich außerhalb des Zaunes.

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Förderrichtlinie "Natürliches Erbe" Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe (Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden, Installation von Untergrabschutz bei Wildgattern) fördern zu lassen. Dies gilt sowohl für Hobbyhalter als auch für Tierhalter im landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerb. Der Fördersatz liegt bei 80 % der förderfähigen Ausgaben (vom Netto).
Bei Fragen zu Herdenschutzmaßnahmen oder zur Förderung solcher können sich Tierhalter an einen der folgenden Mitarbeiter wenden. Die Beratung ist kostenfrei und kann auch vor Ort stattfinden.

- Herr Klingenberger, zuständig für die Landkreise Görlitz, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, sowie die Stadt Dresden, von der Biosphärenreservatsverwaltung in 02694 Malschwitz OT Wartha, Warthaer Dorfstraße 29 (Tel.: 0172 / 3757 602, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

- Herr Klausnitzer, zuständig für die Landkreise Nordsachsen, Leipzig, Mittelsachsen, Zwickau, Erzgebirge und Vogtland, sowie die Städte Leipzig und Chemnitz, vom Fachbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie in 04741 Roßwein, OT Haßlau, Nr. 29a (Tel.: 0151 / 5055 1465, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Sollten Tierhalter bei der Kontrolle ihrer Tiere einen Übergriff durch einen Wolf vermuten, muss der Schaden innerhalb von 24 Stunden an das zuständige Landratsamt gemeldet werden, sodass eine zeitnahe Rissbegutachtung durchgeführt werden kann. An Wochenenden oder Feiertagen gibt es i.d.R. Bereitschaftspläne. Der Kontakt zu den Rissgutachtern kann auch über die Rettungsleitstellen (Tel. 112) hergestellt werden.

20.04.2017:

Bezugnehmend auf den Beitrag der SZ vom 18.04.2017 „Wolf reißt Schafe nahe am Dorf“ weist das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ darauf hin, dass Wolfsübergriffe auf Schafe in der Nähe von menschlichen Siedlungen, wie zuletzt in Großdöbschütz (Gemeinde Obergurig, LK Bautzen), keine potenzielle Gefährdung für Menschen darstellen. In der Nacht vom 16. auf den 17.04.2017 wurden in Großdöbschütz ein Mutterschaf und ein Lamm gerissen. Die beiden Schafe waren ungenügend geschützt. Die Koppel war nur auf einer Seite mit einem Zaun geschützt, der zudem mit einer Höhe von 80 cm zu niedrig war. An den übrigen Seiten wird die Weidefläche durch einen Graben und die Spree abgegrenzt. Gewässer bieten allerdings keinen Schutz vor Wölfen, da diese leicht durchschwommen werden können.

Dass Wölfe zuweilen durch Siedlungen laufen, gehört zum normalen Verhalten, wie wir es auch von anderen Tierarten, wie Rehen, Wildschweinen und Füchsen kennen. Die Haltung von Schafen und Ziegen ohne geeignete Umzäunung ist nicht sicher. Dabei spielt die Lage der Weidefläche, ob Ortsnähe oder –ferne, nur eine untergeordnete Rolle.
Zum Schutz von Nutztieren wie Schafe und Ziegen haben sich Elektrozäune mit einer Höhe von mindestens 100 cm bewährt. Sowohl Netzzäune als auch Litzenzäune, bestehend aus mindestens fünf horizontalen Litzen, sind geeignet. Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten bieten und muss allseitig geschlossen sein. Auch das Einstallen über Nacht ist bei kleineren Tierbeständen ein effektiver Schutz.

Bei Fragen zu Herdenschutzmaßnahmen oder zur Förderung können sich Tierhalter an Herrn Klingenberger von der Biosphärenreservatsverwaltung in 02694 Malschwitz OT Wartha, Warthaer Dorfstraße 29 (Tel.: 0172 / 3757 602, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) wenden.
Die Beratung ist kostenfrei und kann auch vor Ort stattfinden.

März 2017

Mit der Rückkehr des Wolfes sollten vor allem Schaf- und Ziegenhalter, sowie Betreiber von Wildgattern Vorkehrungen für den Schutz ihrer Tiere treffen. Diese Tierarten werden am häufigsten von Wölfen getötet, da sie gut ins Beuteschema passen. Wölfe unterscheiden nicht zwischen Wild- und Nutztier. Daher ist es wichtig, dem Wolf den Zugang zu Nutztieren zu erschweren. Anlässlich der bevorstehenden Weidesaison sollte jeder Tierhalter seine Herdenschutzmaßnahmen überprüfen und ggf. verbessern.

Herdenschutzmaßnahmen garantieren zwar keinen 100%-igen Schutz, können jedoch Übergriffe durch den Wolf effektiv reduzieren. Nachfolgende Maßnahmen haben sich gemäß den hiesigen sowie internationalen Erfahrungen in vielen Fällen als wirkungsvoll erwiesen.

Schafe, Ziegen und Wild in Gattern

Elektrozäune mit einer Höhe von 100 cm bis 120 cm bieten einen sehr wirksamen Schutz. Sowohl Netzzäune als auch stromführende Litzenzäune (mit mindestens fünf Litzen) sind geeignet. Auch das Einstallen über Nacht ist bei kleineren Tierbeständen ein effektiver Schutz.

Festzäune aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material stellen hingegen eine rein physische Barriere dar, da sie anders als Elektrozäune keinen Schmerz verursachen. Erfahrungsgemäß können sie von Wölfen leicht untergraben oder übersprungen bzw. überklettert werden, weshalb sie seitens des Wolfsmanagements nicht empfohlen werden.

Bei Wildgattern ist besonders auf einen Schutz vor dem Untergraben der Umzäunung durch den Wolf zu achten. Um dies zu verhindern kann zusätzlich eine Zaunschürze aus Knotengeflecht angebracht oder bodennahe stromführende Drahtlitzen verwendet werden.

Tierhalter sollten ihre Zäune regelmäßig auf Schwachstellen prüfen und diese zeitnah beseitigen. Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten und alle Seiten der Koppel müssen geschlossen sein – über offene Gräben oder Gewässer können Wölfe leicht eindringen. Bei stromführenden Zäunen sind eine ausreichende Spannung (mind. 2.500 V) und eine gute Erdung wichtig. Die Zäune sollten nicht durchhängen, sondern die empfohlene Höhe von 100-120 cm auf der gesamten Koppellänge aufweisen. Außerdem sollte die Koppel nicht zu klein sein, damit die Tiere selbst bei einem versuchten Übergriff durch einen Wolf genügend Platz zum Ausweichen haben und nicht aus der Koppel ausbrechen.

Rinder und Pferde

Aufgrund der Seltenheit von Wolfsübergriffen auf Rinder und Pferde gibt es, anders als für Schafe und Ziegen, in keinem west- und mitteleuropäischen Land spezielle, als Mindestschutz vorgeschriebene Schutzmaßnahmen für Rinder- und Pferdeherden. Allgemein geltende Haltungsbedingungen der guten fachlichen Praxis sollten eingehalten werden.

Empfohlen wird allerdings, Kälber, Jungrinder und Fohlen nicht alleine, sondern zusammen mit erwachsenen Tieren auf der Weide zu halten. Hierfür sind stromführende Zäune, z.B. Litzenzäune, gut geeignet.

Außerdem sollte die Einzäunung so beschaffen sein, dass die Tiere innerhalb der Koppel bleiben. Dies ist schon allein aus Gründen der Weidesicherheit anzuraten.

Möchten Rinder- oder Pferdehalter ihre Koppel besser sichern, ist ein stromführender Litzenzaun bestehend aus 5 Litzen empfehlenswert.

Beratung zur Förderung von Herdenschutzmaßnahmen

Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Förderrichtlinie "Natürliches Erbe" Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe (Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden, Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern) fördern zu lassen. Dies gilt sowohl für Hobbyhalter als auch für Tierhalter im landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerb. Der Fördersatz liegt bei 80 % der förderfähigen Ausgaben (vom Netto).

Bei Fragen zu Herdenschutzmaßnahmen oder zur Förderung solcher wenden Sie sich als Tierhalter bitte an die Landratsämter der Landkreise, die Außenstellen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Kamenz, Mockrehna und Zwickau oder an einen der folgenden Mitarbeiter:

-       Herr Klingenberger zuständig für die Landkreise Görlitz, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, sowie die Stadt Dresden, von der Biosphärenreservatsverwaltung in 02694 Malschwitz OT Wartha, Warthaer Dorfstraße 29 (Tel.: 0172 / 3757 602, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

-       Herr Klausnitzer, zuständig für die Landkreise Nordsachsen, Leipzig, Mittelsachsen, Zwickau, Erzgebirge und Vogtland, sowie die Städte Leipzig und Chemnitz, vom Fachbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie in 04741 Roßwein, OT Haßlau, Nr. 29a (Tel.: 0151 / 5055 1465, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Die Beratung ist kostenfrei und kann auch vor Ort stattfinden.

Schadensausgleich

Schaf- und Ziegenhalter und Betreiber von Wildgattern können bei einem Übergriff ihren Anspruch auf Schadensausgleich geltend machen, wenn die Mindestschutzkriterien eingehalten wurden. Dazu gehören mind. 90 cm hohe Elektrozäune mit ausreichender Spannung (mind. 2500 V) oder mind. 120 cm hohe Festzäune. Die Koppel muss zudem an allen Seiten – auch zu Gewässern– geschlossen sein und überall einen festen Bodenabschluss aufweisen. Diese Kriterien werden seit 2008 als Mindestschutz akzeptiert und sind die Voraussetzung für die Zahlung von Schadensausgleich. Halter von Rindern, Pferden oder anderen Nutztierarten haben bei einem Wolfsübergriff unabhängig vom Mindestschutz Anspruch auf Schadensausgleich.

Eine weitere Voraussetzung für einen Schadensausgleich ist eine Begutachtung vor Ort. Dafür muss die Meldung des Schadens durch den Tierhalter innerhalb von 24 Stunden an das Landratsamt erfolgen. Außerhalb der Dienstzeiten, an Wochenenden oder Feiertagen kann der Kontakt zu den Rissgutachtern auch über die Rettungsleitstellen hergestellt werden. Die Fundsituation darf nicht verändert werden. Das tote Tier sollte abgedeckt werden, damit Nachnutzer (z.B. Fuchs, Kolkrabe) nicht heran können (auch Hunde sollten fern gehalten werden).

bestätigte Wolfsterritorien:

Im Monitoringjahr 2015/2016 wurden im Freistaat Sachsen 15 Rudel, 3 Paare und ein territoriales Einzeltier nachgewiesen. Von diesen 19 Territorien konnten bisher 17 auch im laufenden Monitoringjahr 2016/2017 bestätigt werden.

Der Wolf breitet sich weiter aus, so dass auch außerhalb der bekannten Wolfsgebiete jederzeit fast überall im Freistaat mit Wölfen gerechnet werden kann.

Hinweise aus der Bevölkerung, vor allem Sichtungen von Wölfen und auch Welpen, liefern wichtige Informationen für das Monitoring. So sind dies häufig die ersten Anhaltspunkte für Neuetablierungen aber auch im bestehenden Wolfsgebiet sind sie hilfreich um einzelne Rudel abgrenzen zu können. Bitte melden Sie Wolfshinweise an Ihr Landratsamt, an das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ (s. unten) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727 / 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

 

Mehr Informationen zum Wolf in Sachsen:

Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“
Am Erlichthof 15
02956 Rietschen
Tel. 035772 / 46 76 2
Fax. 035772 / 46 77 1
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.wolf-sachsen.de

28.10.2016:

Im Bereich des Rosenthaler Wolfsrudels kam es vermehrt zu Übergriffen auf Schafe. Neben ungeschützten bzw. nicht ausreichend geschützten Tieren, waren auch solche, die nach den Anforderungen zur Gewährung von Schadenausgleichzahlungen (Mindestschutz) geschützt waren, betroffen. In letzteren Fällen wurden in den beiden Vorjahren vor allem Elektrozäune aber auch Festzäune überwunden. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, wurden im letzten Jahr die Schaf – und Ziegenhalter in der Region des Rosenthaler Rudels darauf hingewiesen, ihre Zäune zu kontrollieren und gegebenenfalls an den empfohlenen Herdenschutz anzupassen. Zugleich wurde „Flatterband“ (Breitbandlitze), welches ca. 20 - 30 cm über den Zaun gespannt wird, an die Tierhalter ausgegeben (PM vom 14.09.2015).
Im Jahr 2016 gab es bislang 10 gemeldete Übergriffe im Raum Rosenthal. In zwei Fällen war der Mindestschutz nicht erfüllt gewesen, in einem Fall wurde ein 90 cm hoher Elektrozaun und in weiteren sieben Fällen Festkoppeln überwunden. Zäune, die zusätzlich mit Flatterband überspannt waren wurden nicht überwunden.

Laut dem Managementplan für den Wolf in Sachsen ist in Fällen, in denen Wölfe wiederholt sachgerecht geschützte Nutztiere töten, zunächst die Suche nach sicheren Schutzmethoden vorgesehen. Das Wolfsmanagement zielt in der gegenwärtigen Situation daher darauf ab, die Schutzsituation im Rosenthaler Rudel flächendeckend zu verbessern (s. unten). Sollte trotz der zusätzlichen Schutzmaßnahmen Erfolg ausbleiben, kann die Entfernung eines Wolfes oder mehrerer Wölfe als letztes Mittel ergriffen werden.

Alle Schaf- und Ziegenhalter im Bereich des Rosenthaler Territoriums (siehe Karte) werden in der gegenwärtigen Situation dazu angehalten, zusätzlich zu den als Mindestschutz definierten Schutzstandards, das im letzten Jahr erhaltene „Flatterband“ (Breitbandlitze), welches 20 – 30 cm über dem Zaun gespannt wird, weiterhin einzusetzen. Sollte das Flatterband nicht mehr einsetzbar sein oder nicht ausreichen, kann das benötigte Material (Breitbandlitze, Weidepfähle) auch in diesem Jahr wieder kostenfrei bei der Biosphärenreservatsverwaltung ausgeliehen werden. Kontakt: Herr Klingenberger, Tel. 035932/36531, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Diese zusätzliche Schutzmaßnahme ist im gekennzeichneten Gebiet voraussichtlich bis Ende Dezember 2017 notwendig.

Weiterlesen: Herdenschutz im Bereich des Rosenthaler Wolfsrudels

07.10.2016:

Im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels (LK Bautzen) wurden in dieser Woche drei Wolfsübergriffe auf Schafherden gemeldet. Zwei Fälle ereigneten sich bei einem Tierhalter in Cunnewitz. Hier wurden in zwei aufeinander folgenden Nächten, zum 05.10. und zum 06.10., insgesamt 29 Schafe gerissen. Beim dritten Übergriff, der bereits in der Nacht zum 04.10. bei Ralbitz stattfand, wurden 3 Schafe getötet. In allen drei Fällen  wurden die 140 cm hohen Festzäune von Wölfen überwunden. Festzäune mit einer Höhe von mindestens 120 cm entsprechen dem definierten Mindestschutz. Es besteht also für die betroffenen Tierhalter Anspruch auf Schadensausgleich. Erfahrungsgemäß bieten Festzäune generell einen geringeren Schutz gegenüber stromführenden Zäunen, weil sie über keine abschreckende Wirkung verfügen, sondern eine rein physische Barriere darstellen. So können sie von Wölfen leicht untergraben oder bis zu einer bestimmten Höhe auch übersprungen werden. Elektrozäune mit einer Höhe von 100 – 120 cm, mindestens jedoch 90 cm, und ggf. „Flatterband“ bieten im Vergleich dazu einen wesentlich besseren Schutz. Voraussetzung dafür ist der fachgerechte Aufbau und Betrieb des Weidezaunsystems. Für größere Schäfereibetriebe ist zudem der Einsatz von Herdenschutzhunden eine sehr effektive Methode.

Um weiteren Nutztierschäden durch Wölfe vorzubeugen, sollten Tierhalter ihre Zäune eingehend auf Schwachstellen prüfen und diese ggf. zeitnah beseitigen. Im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels wird zudem empfohlen, zusätzlich „Flatterband“ (Breitbandlitze), welches ca. 20 - 30 cm über den Zaun gespannt wird, einzusetzen.

Bei Fragen können sich Tierhalter an die am Ende der Pressemeldung angeführten Kontaktpersonen wenden.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es im Bereich des Rosenthaler Rudels vermehrt zu Übergriffen auf Schafe. Zum Anfang wurden dabei überwiegend ungeschützte oder nicht ausreichend geschützte Tiere getötet. Später kam es auch immer wieder zu Übergriffen auf Schafe, die nach dem Mindestschutz geschützt waren. Die Tierhalter wurden daraufhin vom sächsischen Wolfsmanagement angehalten ihre Schutzmaßnahmen zu überprüfen und ggf. zu verbessern (siehe PM des Kontaktbüros vom 14.09.2015).

Lernen Wölfe an schlecht geschützten Schafen, dass diese besonders einfach zu erbeuten sind, versuchen sie auch vermehrt an geschützte Tiere zu gelangen.

Der aktuell zu beobachtende Anstieg der Nutztierrisse im Spätsommer/Herbst entspricht dem typischen saisonalen Muster, das sowohl aus Deutschland als auch aus anderen europäischen Wolfsgebieten bekannt ist. Demnach finden in dieser Jahreszeit in der Regel die meisten Übergriffe statt, was zum einem vermutlich mit dem erhöhten Nahrungsbedarf der schon fast ausgewachsenen Wolfswelpen zusammenhängt. Zum anderen sind Kitze, Hirschkälber und Frischlinge, die im Frühling und Sommer für Wölfe eine besonders leichte Beute darstellen, im Herbst schon zu reaktionsschnellen Wildtieren herangewachsen.

Bei Fragen zu Herdenschutzmaßnahmen oder zur Förderung solcher können Tierhalter sich an die Landratsämter der Landkreise, die Außenstellen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Kamenz, Mockrehna und Zwickau oder an einen der folgenden Mitarbeiter wenden:

Zuständig für die Landkreise Görlitz, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, sowie die Stadt Dresden ist Herr Klingenberger von der Biosphärenreservatsverwaltung in 02694 Malschwitz OT Wartha, Warthaer Dorfstraße 29 (Tel.: 0172 / 3757 602, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Zuständig für die Landkreise Nordsachsen, Leipzig, Mittelsachsen, Zwickau, Erzgebirge und Vogtland, sowie die Städte Leipzig und Chemnitz ist Herr Klausnitzer vom Fachbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie in 04741 Roßwein, OT Haßlau, Nr. 29a (Tel.: 0151 / 5055 1465, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).