Kontaktbüro

04.05.2012:
Am Mittwoch, den 02.05.2012, wurde vom Wildbiologischen Büro LUPUS eine einjährige Wölfin (Jährlingsfähe) aus dem Milkeler Rudel (sächsisches Wolfsgebiet) gefangen und mit einem Halsbandsender ausgestattet. Der GPS-GSM Sender soll Daten zur Raumnutzung der Wölfe in Sachsen aber auch zum Abwanderungs- und Ausbreitungsverhalten von Wölfen in Deutschland liefern.
Die Aktion erfolgte im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) mit der Projektgruppe „Wanderwolf", die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht.
Die 27 kg schwere Wölfin hat die wissenschaftliche Bezeichnung FT8 erhalten. Sie ist der zweite Wolf, der aktuell Daten an die Biologinnen von LUPUS sendet. Im Januar wurde ein weiblicher Welpe des Nochtener Rudels, FT7, mit einem Halsbandsender versehen und wieder freigelassen, nachdem sie nach einem Autounfall im Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V. wieder gesund gepflegt worden war (Kontaktbüro berichtete).

23.02.2012

   FT7 "Ronja" zweiter Wolf von rechts
Der weibliche Welpe des Nochtener Rudels, FT7 („Ronja“), welcher Anfang Dezember 2011 bei einem Verkehrsunfall verletzt und nach fünf Wochen Quarantäne am 07. Januar wieder in die Natur entlassen wurde, hat wieder Anschluss an sein Rudel.

Die Sendedaten der mit einem GPS-Halsbandsender ausgestatteten Wölfin zeigen, dass sie sich seit ihrer Freilassung im Revier ihrer Eltern bewegt. Zunächst blieb unklar ob sie auch wieder Anschluss an ihre Familie gefunden hat. Jetzt zeigen Fotofallenaufnahmen die besenderte Wölfin gemeinsam mit ihren Eltern und drei Geschwistern.

Das Tier wurde am 04.12.2011 bei einem Verkehrsunfall verletzt und war anschließend eingefangen worden. Nach der Behandlung eines Schien- und Wadenbeinbruches kam die junge Wölfin in die Quarantänestation im Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V. Anfang Januar 2012 wurde sie, mit einem Senderhalsband ausgestattet, im Territorium ihrer Eltern wieder in die Freiheit entlassen.
(Siehe Beitrag vom 17.01.2012 "Wölfin in die Natur zurück entlassen" unter Tote und verletzte Wölfe)
Die Wölfin leckt ihrem Partner die Wunden.
Die Milkeler Wölfin leckt ihrem Rüden "Rolf" über die Kratzer an der Schnauze die er sich beim Kampf um das Territorium zugezogen hat.
16. Juni 2010: Im Rahmen des BfN Vorhabens „Ausbreitungs-
Abwanderungsverhalten von Wölfen in Deutschland“ wurden 2009 und 2010 insgesamt sechs Wölfe mit GPS-GSM Halsbandsendern ausgestattet (KB berichtete). Vier der Tiere werden aktuell überwacht.
Die vorläufigen Ergebnisse aus der aktuellen Studie zeigen deutlich die individuellen Unterschiede der „vierbeinigen Projektmitarbeiter“.
Während der besenderte Jungwolf „Alan“ bereits mit knapp einem Jahr bis nach Weißrussland abwanderte, stellte sich sein Bruder „Karl“ als deutlich weniger wanderfreudig heraus. Nach einem ca. 3 wöchigen Ausflug nach Brandenburg (LK Teltow-Fläming) im März letzten Jahres, blieb er in der Nähe seines Elternterritoriums bei Nochten. In der Paarungszeit Februar / März hielt er sich überwiegend im Gebiet des Milkeler Rudels auf. Eine Provokation für den ansässigen Rüden „Rolf“, die dieser nicht tatenlos hinnahm. Filmaufnahmen zeigten beide Rüden mit Verletzungen, die sie sich offenbar gegenseitig bei Revierkämpfen zugezogen haben. Das Milkeler Rudel hatte im Vorjahr zusätzlich zu seinem aus 2008 bekannten Gebiet auch das Territorium des Neustädter Rudels übernommen. Offensichtlich musste es nun den nördlichsten Teil dieses großen Gebietes an „Karl“ abtreten.

„Karl“ wird von einer jungen Fähe begleitet. Sein räumliches Verhalten liefert momentan jedoch keinen Anhaltspunkt, dass er Welpen aufzieht. Möglicher Weise ist seine Gefährtin, eine Tochter aus einem der umliegenden Rudel, die erst im nächsten Winter geschlechtsreif wird.

Weiterlesen: Neues von den besenderten Wölfen

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"Mona" - eine Jungwölfin aus dem Seenland-Rudel
19.04.2010: In der Nacht vom 17. zum 18.04. wurde vom Wildbiologischen Büro LUPUS im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) eine ca. 11 Monate alte Jungwölfin aus dem Seenland-Rudel (sächsisches Wolfsgebiet) gefangen und mit einem GPS-GSM Halsbandsender ausgestattet. Neben dem wissenschaftlichen Bezeichnung FT4 hat sie den Namen „Mona“ erhalten.

Vor zwei Wochen wurden bereits zwei Lausitzer Wölfe besendert – eine 11 Monate alte Jungwölfin des Nochtener Rudels („Lisa“) und ihre Mutter („Nochtener Wölfin“).
Von den drei im Vorjahr besenderten Wölfen (Karl, Alan, Rolf) werden noch von dem ca. zweijährigen Wolfsrüden „Karl“ Signale empfangen. Dieser stammt ebenfalls aus dem Nochtener Rudel. Er hat sein Elternrevier inzwischen verlassen und hält sich überwiegend in einem Gebiet auf, das zum nördlichen Teil des Milkeler Territoriums zählt. Sein Bruder „Alan“ war im Alter von einem Jahr abgewandert und über 1500 km weit bis nach Litauen / Weißrussland gelaufen.
Aktuell haben die Wissenschaftler vier Wölfe „am Sender“.