Wölfe in Sachen

11.07.2014:

Die Nieskyer Wolfsfähe „Greta“ (FT8), die 2013 im Rahmen des Projektes „Wanderwolf“ besendert wurde und das einzige noch funktionierende Senderhalsband trägt, kümmert sich aktuell intensiv um ihre diesjährigen Welpen. Dies lässt sich anhand ihrer im Mai und Juni gesendeten Daten schlussfolgern. Die Wölfin bewegt sich demnach überwiegend kleinräumig und nur selten in Gebieten mit guter Netzabdeckung. Auch zeigen Aufnahmen einer automatischen Wildkamera („Fotofalle“) die Wölfin mit einem deutlichen Gesäuge.

Es liegen noch keine Zahlen zu den diesjährigen Welpen im Nieskyer Rudel vor. Insgesamt nutzte „Greta“ bisher in den 13.5 Monaten ihrer radiotelemetrischen Überwachung ein Territorium von 423 km² MCP100* bzw. 337 km² MCP95**, welches sich von der Südkante des Truppenübungsplatzes Oberlausitz bis nach Görlitz im Süden erstreckt.

Auch die Daubaner Wölfin „Frieda“ (FT9), deren Senderhalsband seit Februar 2014 nicht mehr funktioniert, hat wieder Nachwuchs. Fotos belegen, dass die Wölfin in diesem Jahr mindestens sechs Welpen aufzieht.  

Die Wölfin „Marie“ (FT7), die sich 2013 mit einem Rüden im Raum Rosenthal ein eigenes Revier etablierte und im November 2013 vorzeitig ihren Halsbandsender verlor, zieht vermutlich ebenfalls Welpen auf. Die Hinweise auf Welpen konnten allerdings noch nicht endgültig bestätigt werden.

Das Projekt „Wanderwolf“ ist ein gemeinsames Projekt des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und der Projektgruppe „Wanderwolf“, die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht. Ziel des Projekts ist es, Informationen über die Raumnutzung und zum Abwanderungsverhalten der Wölfe zu erheben.

Mehr Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier.

 

* MCP100 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche.

** MCP95 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche, ohne die die 5 Prozent, die am stärksten von den anderen Lokationen abweichen