Wölfe in Sachen

14.01.2013:
Wölfin „Marie" ist noch zu Hause
Wölfin "Marie" (FT7)

Die besenderte junge Wölfin „Marie" (FT7) aus dem Milkeler Rudel hält sich nach wie vor überwiegend im Territorium ihrer Eltern auf. Lediglich im Mai 2012 und Ende September 2012 unternahm die jetzt 20 Monate alte Wölfin kurze Ausflüge in das Gebiet des Daubaner Rudels. Seitdem blieb sie hauptsächlich innerhalb des bekannten Milkeler Territoriums.
Vom 02. Mai bis 31. Dezember 2012 nutzte FT7 insgesamt ein 480 km² (MCP100*) großes Streifgebiet; ohne ihre Ausflüge ins Daubaner Territorium betrug ihr Streifgebiet 393 km² (siehe Karte 1 und 2).

Die junge Wölfin wurde am 02.05.2012 vom Wildbiologischen Büro LUPUS gefangen und mit einem Halsbandsender ausgestattet. Die Besenderung erfolgte im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) mit der Projektgruppe „Wanderwolf", die aus der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Internationalen Tierschutz-Fonds gGmbH (IFAW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) besteht. Im Rahmen dieses Projektes sollen Daten zur Raumnutzung der Wölfe in Sachsen, aber auch zum Abwanderungs- und Ausbreitungsverhalten von Wölfen in Deutschland erhoben werden.
Mehr Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier.

 

Besenderter Wolf MT5 erkundet Nachbarterritorium

Der besenderte Wolf MT5, ein männlicher Jungwolf aus dem Nochtener Rudel, hält sich seit der zweiten Oktoberhälfte 2012 überwiegend im Südteil des Daubaner Rudelterritoriums auf. Das Territorium des Daubaner Rudels grenzt südlich an das des Nochtener Rudels an. Mehrfach näherte sich MT5 in den letzten Wochen der A4 im Süden. Nach den vorliegenden Senderinformationen hat er dabei die Autobahn jedoch nicht überquert. Sein Elternterritorium besucht der Jungwolf derzeit nur noch gelegentlich.

Sein bisheriges (bekanntes) Streifgebiet beträgt 672 km² (MCP100*); ohne die Ausflüge in das Milkeler Territorium Ende September 2012 367 km² (siehe Karte 1 und 2).

MT5 ist nicht im Rahmen der AG „Wanderwolf" besendert worden. Der Wolf war nach einem Verkehrsunfall Anfang Dezember 2011 verletzt eingefangen, tierärztlich behandelt und am 7. Januar 2012 mit Halsbandsender wieder freigelassen worden. Kurze Zeit später zeigten Fotofallenaufnahmen, dass er wieder vollständig in sein Geburtsrudel integriert worden war (Kontaktbüro berichtete).

Die meisten Jungwölfe verlassen im Alter von ein bis zwei Jahren ihr elterliches Rudel, um sich ein eigenes Territorium zu suchen und zusammen mit einem Partner eine Familie (Rudel) zu gründen. Einige Wölfe wandern auch erst mit drei Jahren ab. Die Abwanderung kann plötzlich erfolgen oder mit Ausflügen in die Umgebung des elterlichen Territoriums beginnen und sich über mehrere Monate hinziehen, bis sich der Jungwolf endgültig von „zu Hause" trennt. In dieser Erkundungsphase kann das Streifgebiet des Jungwolfes deutlich größer sein, als das Territorium seiner Eltern.

Die Territoriumsgrößen bisher telemetrierter erwachsener Wölfe in der Lausitz betrugen durchschnittlich 328km km² (MCP100*) beziehungsweise, wenn man die am weitesten entfernten Lokationen ignoriert, 203 km² (MCP95**).
FT7 und MT5 sind beide Jährlinge (Wölfe im zweiten Lebensjahr) und damit in dem Alter, in dem die meisten Jungwölfe sich von ihrem Geburtsrudel lösen. Das Kontaktbüro wird weiter berichten.

 

* MCP100 = die durch die Verbindung der äußeren Lokationen entstandene Fläche.
**MCP95 = entsteht durch die Verbindung der äußeren Lokationen, nachdem die 5% der Punkte entfernt wurden, die am stärksten von den anderen abweichen.

Karte 1: Streifgebiete (MCP100) von FT7 (rot) und MT5 (grün) seit ihrer Besenderung bis 31.12.2012. Zur Veranschaulichung sind die Territorien des Milkeler-, Nochtener- und Daubaner Rudels angegeben (blau).
Karte 2: Streifgebiete (MCP100) von FT7 (rot) und MT5 (grün) ohne Ausflüge seit ihrer Besenderung bis 31.12.2012. Zur Veranschaulichung sind die Territorien des Milkeler-, Nochtener- und Daubaner Rudels angegeben (blau).