Kontaktbüro

17.02.2014

In der Nacht zum Mittwoch, den 12.02.2014, wurde in der Gemeinde Klingenberg (Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge) ein Schaf getötet. Der Wolf kann als Verursacher nicht ausgeschlossen werden. Das Schaf wurde zusammen mit der restlichen Herde auf einer Koppel gehalten. Diese war zum Teil mit einem stromführenden Litzenzaun und zum anderen Teil mit  einem festen Zaun umgeben, welche sowohl in Höhe als auch im Bodenabstand nicht dem Mindestschutz entsprachen.

Voraussetzung für einen finanziellen Ausgleich im Schadensfall ist die Einhaltung eines entsprechenden Mindestschutzes durch den Tierhalter.

Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Bei Festkoppeln (stationäre Holz- oder Maschendrahtzäune) ist eine Mindesthöhe von 1,20 m und vor allem ein fester Bodenabschluss wichtig. Dabei ist ein Unterwühlschutz aus Knotengeflecht oder einer Drahtlitze zu empfehlen.

Auch die Unterbringung der Tiere in einem festen Stall über Nacht bietet einen guten Schutz. Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen im Wolfsgebiet fördern zu lassen.

Bei weiteren Fragen zu den Schutzmaßnahmen und zur Förderung stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter der Telefonnummer 0172/3757602 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

In der sächsisch-brandenburgischen Lausitz sind derzeit fünfzehn Wolfsrudel bzw. –paare nachgewiesen. In der Region um den Tharandter Wald häufen sich in letzter Zeit Hinweise auf Wölfe, allerdings gibt es bisher keine Nachweise. Jeder Wolfshinweis, z.B. Fährten, Kot oder Risse, sollten an das zuständige Landratsamt, das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ oder das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung gemeldet werden.