Kontaktbüro

 07.11.2013:

In der Nacht auf Donnerstag, den 31.10.2013, wurden bei Obercarsdorf (Gemeinde Schmiedeberg, Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge) vier Schafe mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Wolf getötet bzw. so schwer verletzt, dass sie notgeschlachtet werden mussten. Drei weitere Schafe wurden leicht verletzt. Die Schafe waren vermutlich in Folge des Übergriffes ausgebrochen. Die Herde wurde auf einer Koppel gehalten, die von einem grobmaschigen Elektrozaun, bestehend aus  4 horizontalen Litzen, umgeben war. In der Schafhaltung übliche Flexinetze bestehen in der Regel aus 9 horizontalen Litzen, wovon 8 unter Strom stehen. Durch die geringeren Abstände zwischen den Litzen (maximal 20 cm) soll das Eindringen eines Wolfes durch den Zaun verhindert werden.

Voraussetzung für einen finanziellen Ausgleich im Schadensfall ist die Einhaltung eines entsprechenden Mindestschutzes durch den Tierhalter. Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Auch die Unterbringung der Tiere in einem festen Stall über Nacht bietet einen guten Schutz. Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen im Wolfsgebiet fördern zu lassen.

Bei weiteren Fragen zu den Schutzmaßnahmen und zur Förderung stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter der Telefonnummer 0172/3757602 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

In der sächsisch-brandenburgischen Lausitz sind derzeit vierzehn Wolfsrudel bzw. –paare und ein weiteres Gebiet mit mindestens einem Wolf, bei welchem der Status noch ungeklärt ist, nachgewiesen. Der aktuelle Übergriff bei Obercarsdorf ist der erste Nachweis in diesem Gebiet. Noch ist unklar ob sich dort Wölfe dauerhaft etabliert haben oder ob es sich um einen durchziehenden Wolf auf der Suche nach einem eigenen Revier handelt. Jeder Wolfshinweis, z.B. Fährten, Kot oder Risse, sollten an das zuständige Landratsamt, das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ oder das Wildbiologische Büro LUPUS gemeldet werden.