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17.09.2013:

In der letzten Zeit gab es im Raum Bischofswerda (Landkreis Bautzen) mehrere Übergriffe von Wölfen auf ungeschützte, angebundene Schafe.

Schäden an angebundenen Nutztieren, die über Nacht im Freien gehalten werden, sind vermeidbar. Das Sächsische Wolfsmanagement appelliert deshalb an alle Schaf- und Ziegenhalter, ihrer Verantwortung für ihre Tiere gerecht zu werden und diese entsprechend zu schützen. Wölfe können durch wiederholte Erfahrung an unzureichend geschützten Schafen lernen, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind als Rehe, Hirsche oder Wildschweine. Im Ergebnis dieses Lernprozesses kann es dazu kommen, dass Wölfe gezielt versuchen Schafe zu erbeuten, was die Situation für alle Tierhalter noch verschärfen würde.

Aus den Erfahrungen seit dem Jahr 2002 ist bekannt, dass besonders in der Zeit von August bis November vermehrt mit Nutztierrissen durch Wölfe gerechnet werden muss. Tierhalter, die ihre Schafe und Ziegen im Wolfsgebiet nicht über Nacht einstallen können sollten gerade jetzt regelmäßig ihre Schutzzäune prüfen, ob sie noch richtig stehen und ob bei stromführenden Zäunen die entsprechende Spannung anliegt. Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten. Wichtig ist auch, dass alle Seiten der Koppel geschlossen sind – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung eindringen.

Wenn Tierhalter bei der täglichen Kontrolle ihrer Nutztiere diese tot vorfinden und die Vermutung besteht, dass ein Wolf der Verursacher sein könnte, dann sollte immer das zuständige Landratsamt informiert werden, damit eine Begutachtung vor Ort vor genommen wird.

Bei Fragen zu den Schutzmaßnahmen können Sie sich an Ihr Landratsamt oder an Herrn Hering von der Biosphärenreservatsverwaltung unter der Telefonnummer 035932 / 36525 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.

In der sächsisch-brandenburgischen Lausitz sind derzeit vierzehn Wolfsrudel bzw. –paare nachgewiesen. Die aktuellen Übergriffe auf Nutztiere sind vermutlich dem Hohwald Rudel zu zurechnen, dessen Territorium sich bis nach Bischofswerda erstreckt.