Kontaktbüro

19.03.2013:
Seit Anfang 2012 erforscht eine Projektgruppe des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes e.V. im Auftrag des Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Verbesserung und Weiterentwicklung von Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe. Ziel des Projektes ist es, den Herdenschutz in Sachsen noch effektiver zu gestalten. Das Herdenschutzprojekt setzt deutschlandweit Maßstäbe. Dabei werden verschiedene Zaunmaterialen und Zäunungsvarianten in Zusammenarbeit mit einem namenhaften Zaunhersteller erprobt. Das Projekt wird in Abstimmung mit dem Sächsischen Wolfsmanagement durchgeführt und läuft voraussichtlich bis April 2013. Im Rahmen des Projektes werden unter anderem verschiedenen Zauntypen in 6 Schäfereien und zusätzlich im Wolfsgehege Moritzburg erprobt. Neben der Schutzwirkung gegen den Wolf wird auch die Praxistauglichkeit unter unterschiedlichen Witterungs-, Gelände- und Bewuchsverhältnissen und der Arbeitsaufwand für das Aufstellen der Zaunvarianten bewertet. Zudem werden im Rahmen des Projektes Informationen und Erfahrungen zu Züchtung, Einsatz und Umgang mit Herdenschutzhunden aus Sachsen aber auch aus dem europäischen Ausland zusammengetragen. Die so ermittelten Daten und Erfahrungen sollen nach Abschluß des Projektes in Form eines Leitfadens interessierten Schaf- und Ziegenhaltern zur Verfügung gestellt werden.

Die in Sachsen bereits umgesetzten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und Konfliktbewältigung haben für andere Bundesländer Vorbildfunktion. So hat der Freistaat Sachsen als erstes Bundesland in Deutschland rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, um sowohl Hobbyhaltern als auch gewerblichen Tierhaltern Fördermittel für präventive Herdenschutzmaßnahmen zu gewähren. Förderfähig sind dabei für Wildgehegebesitzer die Installation von Unterwühlschutz und für Schaf- und Ziegenhaltern die Anschaffung von Herdenschutzhunden und „Flatterband". Darüber hinaus werden sogar herkömmliche Elektrozäune, die in der Schaf- und Ziegenhaltung allein aus Gründen der Hütesicherheit zur guten fachlichen Praxis gehören, bezuschußt. Im Freistaat Sachsen besteht zudem ein Rechtsanspruch auf Entschädigung für vom Wolf gerissene Haus- und Nutztiere, der im § 38 des Sächsischen Naturschutzgesetzes geregelt ist. Die Zuverlässigkeit der Begutachtung von Nutztierrissen ist staatlich garantiert, da die Rissgutachter geschulte Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen, in der Regel der Unteren Naturschutz- und Forstbehörden, sind. Dadurch ist gewährleistet, dass die Begutachtung neutral und transparent nach festgelegten Kriterien erfolgt. Die Entschädigung von Nutztierrissen wird zudem kulant gehandhabt, indem z.B. auch in Fällen, bei denen unklar ist, ob ein Wolf oder ein Hund der Verursacher war, entschädigt wird. Die Richtlinien zur Ermittlung der Schadenshöhe sind in Einvernehmen zwischen dem LfULG und den jeweiligen Nutztierhalterverbänden abgestimmt.